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Herzlich willkommen im Kinderhaus

Grit Brendel aus Sagar gehört zu jenen Eltern, die an den vergangenen Tagen beim Umzug der Kita in das neue Kinderhaus kräftig mit anpackten und beim Aus- und Einräumen halfen.
Grit Brendel aus Sagar gehört zu jenen Eltern, die an den vergangenen Tagen beim Umzug der Kita in das neue Kinderhaus kräftig mit anpackten und beim Aus- und Einräumen halfen. FOTO: Gabi Nitsche
Sagar. Heute um 6 Uhr öffnen sich zum ersten Mal offiziell die Türen vom Kinderhaus Sagar. Ehemalige Lehrerwohnungen sind dazu umgebaut worden. Rund eine Million Euro stecken in dem Vorhaben – und viel, viel Arbeit. Gabi Nitsche

Tino Walter von der gleichnamigen Firma für Sicherheitstechnik in Weißwasser montiert die Steuerung für die Fluchttür. Mutti Maren Kuhla und Jennifer Ludwig, Erzieherin in der Ausbildung, knien auf dem Erdboden im Krippenraum. Gerade haben sie einen leuchtend grünen Biene-Maja-Teppich ausgerollt. Statt den herrlichen Frühlings-Freitag mit Sonne satt in der Natur zu genießen, gehören sie zu den fleißigen Helfern beim Umzug von Kita und Krippe ins neue Kinderhaus. Zu dem wurden frühere Lehrerwohnungen mit viel Aufwand und rund einer Million Euro inklusive Fördermitteln seit letztem Sommer umgebaut. Montag früh bringen die Eltern das erste Mal ihre Kinder hierher, wo sich heute noch zahllose Kisten stapeln. Da ist also noch eine gewaltige Portion Arbeit vonnöten. "Zuzupacken ist nun mal erforderlich, damit es unsere Kinder schön haben. Die Kita allein würde das doch gar nicht schaffen", sagt Lenis Mutti und wischt weiter Regal um Regal aus. "Ja, wir haben fleißige Eltern - der harte Kern ist immer dabei", ist

Leiterin Hannelore Hantho dankbar. Genauso, dass das Bauhof-Team um Andreas Rudoba kräftig zupackt, Jürgen Dürr, Sachgebietsleiter Bau in der Gemeindeverwaltung Krauschwitz, dabei ist und Gerald Pilz zum Beispiel. "Er ist unser Hausmeister, unsere gute Seele", lobt Hannelore Hantho. Der Umzug hält ihr Team und Eltern schon lange in Atem. "Wir packen schon ewig Kisten. Bestimmt schon seit Januar."

Ob ihr das neue Kinderhaus gefalle, fragen wir die Chefin. "Mit der alten Kita hätte es nicht mehr funktioniert, wir hätten schließen müssen. Stichwort Brandschutz." Seit 39 Jahren hält sie die Kita- Zügel in Sagar in den Händen. Sie kannte also auch die Lehrerwohnungen und weiß, dass sicherlich ein Neubau einfacher gewesen wäre, als ein denkmalgeschütztes Gebäude umzubauen. "Anfangs waren wir schon recht skeptisch. Aber es ist alles sehr schön geworden, hell und freundlich. Alles ist unter einem Dach - Krippe, Kita, Hort und auch Schule."

Für den Hort war es in der alten Kita schon lange zu eng, so dass Räume dafür in der Schule genutzt wurden. Jetzt sind wieder alle zusammen. Im Obergeschoss befindet sich das Reich für maximal 87 Hortkinder. "Die Kinder haben jetzt viel mehr Platz", schätzt Jürgen Dürr beim Rundgang durchs Kinderhaus ein. Im Erdgeschoss befinden sich die getrennten Bereiche für maximal 13 Krippenkinder, drei mehr als bis dato, und 26 Kita-Kinder. Im Dachgeschoss hat das Personal nun sein Reich. "Wir haben auch an Abstell- und Wäscheraum gedacht sowie an WCs, sogar an ein separates für Männer", erklärt Jürgen Dürr. Männliche Erzieher seien heutzutage ja keine Seltenheit. Hier oben wird auch ein großer Medienraum eingerichtet. Einer von zwei Hort-Garderoben befindet sich hier ebenfalls. Über den Treppenaufgang, der mit Handläufen und Übersteigschutz ausgerüstet wurde, gelangen die großen Kinder zu ihren Räumen. Sicherheit werde groß geschrieben bei solchen Vorhaben, weiß Dürr. Alles, was brandschutztechnisch gefordert wurde, sei bedacht worden. Die Abnahme durch das Brand- und Katastrophenschutzamt vom Landkreis erfolgte kürzlich.

Dass es auch in der kommenden Zeit noch einiges zu tun gibt, bis alles hundertprozentig fertig ist im Kinderhaus und auch der Spielplatz - Hannelore Hantho hat dafür Verständnis. "Wir können doch den alten noch nutzen. Dann kann hier der Rasen wenigstens in Ruhe wachsen", denkt sie pragmatisch.