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Helfer landet hinter Gittern

Görlitz. Ein 29-Jähriger bringt seinem mit einem Auto liegen gebliebenen Freund Kraftstoff und wird von der Bundespolizei festgenommen. red/dh

Da wollte ein 29-Jähriger seinem Freund aus der Patsche helfen und nun sitzt er hinter Gittern. Was ist passiert? Am Sonntagnachmittag stach Ludwigsdorfer Bundespolizisten an der Einfahrt zum Autobahntunnel Königshainer Berge ein in einer Parkbucht abgestellter Pkw ins Auge. "Der Grund für das ,illegale' Parken war schnell gefunden", heißt es im Polizeibericht, "dem polnischen

Pärchen war auf dem Weg von den Niederlanden zurück in ihre Heimat der Diesel ausgegangen."

Kurz darauf fuhr ein weiteres Pärchen mit einem Pkw in diese Parkbucht. Wie sich herausstellte, war der polnische Fahrer seinem Freund mit dem notwendigen Kraftstoff zu Hilfe geeilt.

Aber eine Überprüfung ergab, dass nach dem in Zgorzelec lebenden "Diesel-Lieferanten" die Staatsanwaltschaft Heilbronn fahndete. Das dortige Amtsgericht hatte im vergangenen Jahr einen Haftbefehl wegen besonders schweren Diebstahls erlassen. "Da der 29-Jährige die Geldstrafe nicht begleichen konnte, bleibt ihm ein 120 Tage andauernder Gefängnisaufenthalt vorerst nicht erspart", wie die Bundespolizei weiter informiert.

Nicht nur das: Ein vor Ort durchgeführter Test ergab, dass der Zgorzelecer sein Kraftfahrzeug offensichtlich unter Einfluss von berauschenden Mitteln führte. Außerdem teilten die polnischen Behörden auf Nachfrage mit, dass ihm bereits im November 2015 die Fahrerlaubnis entzogen worden war, heißt es in der Pressemitteilung.