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| 03:09 Uhr

Heiß auf kapitale Burschen

Arbeitseinsatz: Mit vereinter Kraft wird der alte, marode Badesteg, der zu einer Unfallquelle wurde, von den Anglern aus dem Wasser gezogen.
Arbeitseinsatz: Mit vereinter Kraft wird der alte, marode Badesteg, der zu einer Unfallquelle wurde, von den Anglern aus dem Wasser gezogen. FOTO: Ingolf Tschätsch/igt1
Gablenz. Mit einem Grillfest feiert der Gablenzer Anglerverein "Petri Heil" am 8. Juni sein 50-jähriges Bestehen. Obwohl der Vorstand Nachforschungen angestellt habe, konnte über die Gründung und die Jahre danach nur wenig in Erfahrung gebracht werden, wie der Vorsitzende Siegmund Kozik der RUNDSCHAU erklärt. Ingolf Tschätsch

Einer, der noch relativ viel von früher weiß, ist Wilfried Matschaj. Er trat offiziell am 1. Januar 1967 in den Verein ein und war von Ende der 60er-Jahre bis Mitte der 80er Gewässerwart, erzählt er. "Heinz Ganick war der erste Vorsitzende. Ich kann mich noch daran erinnern, wie wir den Fischbesatz zum Teil selbst besorgt haben. So halfen wir einer Fischereiwirtschaft beim Abfischen im Herbst, wofür wir als Gegenleistung Flossentiere für unseren Teichbesatz erhielten", so der 71-Jährige.

Die Angler seien damals ein starker Aktivposten gewesen, "wenn es um unser Dorf ging." Wilfried Matschaj fällt da folgendes Beispiel ein: "Als der Krauschwitzer Weg eine Straßenbeleuchtung erhielt, haben wir mit der Hand den Graben für die Leitung ausgeschachtet und die Masten mit aufgestellt."

Guter ZusammenhaltDer Petrijünger, der sich sowohl für die Fische als auch die Bienen begeistert - er ist Imker - lobt den guten Zusammenhalt in der Truppe damals und denkt beispielsweise gern an das regelmäßige Grillen mit den Ehepartnern zurück.

Mit seinen 82 Mitgliedern ist der Gablenzer Verein heute einer der zahlenmäßig stärksten in der Region. Obwohl der Großteil der organisierten Petrijünger logischerweise in der Gemeinde wohnt, gibt es laut Vorsitzenden etwa fünfzehn Mitstreiter, die aus anderen Orten den Weg nach Gablenz finden - zum Angeln an der Großen Caroline, dem Hausgewässer der Gemeinschaft, und zu den Veranstaltungen des Vereins. Dazu zählen das Hegefischen, das Paarangeln - ein lustiger Wettstreit gemeinsam mit den Ehefrauen oder Freundinnen - und nicht zuletzt die drei Arbeitseinsätze, auch beim Parkseminar in Kromlau. Fünf Arbeitsstunden mindestens muss jedes Mitglied jährlich leisten, schreibt es die Satzung vor.

Den guten Zulauf an Interessenten sieht der Vorstand aber auch mit einem weinenden Auge. "Spätestens bei den regelmäßigen Versammlungen wird deutlich, dass wir in puncto Mitgliederzahl langsam an unserer Grenzen stoßen, denn das Anglerheim auf dem alten Sportplatz platzt dann fast aus allen Nähten", so Kozik.

Nur noch EinheimischeAus diesem Grunde hat man sich darauf verständigt, dass - wenn die "Schallmauer" von 100 erreicht wird - nur noch Einheimische in die Reihen der Petrijünger aufgenommen werden. Mit einer Ausnahme: Kinder sind jederzeit gern willkommen, auch wenn sie keine Gablenzer sind. Für sie gibt es keine Reglementierungen, sie müssen auch keine Aufnahmegebühr zahlen.

Von der Großen Caroline, dem Vereinsgewässer, war bereits die Rede. Bei den Gablenzer Petrijüngern ist man sich einig - ein attraktives Angelrevier. Ob prächtige Karpfen, Hechte oder Zander - Plötzen und Rotfedern sowieso - das Auswerfen der Rute lohnt sich. Das liegt auch an der guten Wasserqualität, wofür laut Kozik ein pH-Wert von 6,5 steht, nicht zuletzt dank des Ausbringens von Kalk. Umso mehr ärgern sich die Angler darüber, dass Unbelehrbare immer wieder ihren Unrat an den Ufern zurücklassen oder das Gewässer mit einer Müllkippe verwechseln. Bei den Arbeitseinsätzen stoßen die Sportfreunde ständig auf solche negativen Beispiele, müssen dann den Dreck anderer wegräumen.

Beim ersten Arbeitseinsatz dieses Jahres im April wurde übrigens der marode Badesteg, vor Jahren illegal von Jugendlichen gebaut, aus dem Wasser geholt. Damit haben die Gablenzer Petrijünger eine Unfallquelle beseitigt.