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| 17:30 Uhr

Gespräch
Heimischer Steingarten war Inspiration

Hans Ulbrich (r.) hat das Werden und Wachsen des Nochtener Findlingsparks von Anfang an begleitet.
Hans Ulbrich (r.) hat das Werden und Wachsen des Nochtener Findlingsparks von Anfang an begleitet. FOTO: Regina Weiß
Nochten. Am 1. Mai jährt sich die Eröffnung des Nochtener Findlingsparks zum 15. Mal.

Dr. Hans Ulbrich ist der geistige Vater der europaweit einmaligen Anlage in Nochten. Diese ist aus der touristischen Infrastruktur der Oberlausitz nicht mehr wegzudenken. Darüber freuen sich nicht nur das Team der Gärtner, der Förderverein als Betreiber, sondern natürlich auch Geschäftsführer Hans Ulbrich. Die RUNDSCHAU kam dazu mit dem 77-Jährigen ins Gespräch.

Können Sie sich noch erinnern, wann genau die Idee vom Findlingspark entstanden ist?

Ulbrich Ich habe seit den 80er-Jahren einen Steingarten zu Hause in Friedrichshain. Dort ist mir ein Bereich aufgefallen, wo ich dachte, den müsste man mal in größeren Dimensionen anlegen. 1993 haben wir dann mit Siegfried Körber, er war damals Leiter vom Tagebau Nochten, auf der Kippe in Nochten gestanden und sind ins Gespräch gekommen. Ich war damals Chef-Geologe und hörte zu, was Körber anregte: Es ging darum, Rekultivierung schöner und besser anzupacken, weniger langweilig zu versuchen. Das war dann der Anstoß. Natürlich in ganz anderen Dimensionen. Sozusagen 100 Mal größer als der Garten zu Hause. Die Gelegenheit haben wir beim Schopfe gepackt.

Können Sie in jeder Ecke der Anlage sagen, was dort wächst und wie viele Pflanzen, Knollen, Stecklinge in die Erde gebracht worden sind?

Ulbrich Ich merke zumindest sofort, wenn sich etwas verändert hat. Manchmal probieren die Frauen (Anmerkung der Redaktion: die Gärtnerinnen) etwas aus. Wenn es reinpasst, dann habe ich nichts dagegen. Aber wenn es nicht funktioniert, dann möchte ich auch, dass es wieder rausgeholt wird. Beim Thema Zahlen sagen ich nur, die sind für mich Schall und Rauch. Deswegen hat auch die Zusammenarbeit mit meinem Partner und Geschäftsführer Klaus Kotzan über 15 Jahre so gut geklappt. Übrigens, ohne uns in dieser Zeit nur ein einziges Mal zu streiten.

Gibt es eine Lieblingsecke für Sie im Park?

Ulbrich Es gibt viele. Doch eine ist wirklich besonders. Das ist der Findlingspark-Blick im Osten der Anlage, wo man von einer Bank in der Naturheide über die Anlage schauen kann.

Gibt es Bereiche, die Sie mit dem  Blick der Erfahrung anders gestalten würden?

Ulbrich Nein, es ist gut so. Das sage ich mit Blick auf die Gesamtkonzeption der Anlage. Details, die mir nicht gefallen, da ruhe ich allerdings nicht eher, bis sie ausgebaut sind. Ein Park, der nicht verändert wird, der stirbt.

Welches Lob über die Anlage freut Sie am meisten?

Ulbrich Da hieß es einmal: Dass Natur so schön ist, das habe ich bisher nicht gewusst. Den Park als Natur zu bezeichnen, das ist das höchste Lob für mich.

Denkt der spiritus rector des Parks ans Aufhören?

Ulbrich Es fällt mir schwer, aufzuhören. Schließlich ist der Park ordentlich gewachsen. 2003 waren es zehn Hektar, jetzt sind es 20.  Ich habe mich aber entschlossen, die Verantwortung ab dem 1. September in die Hände von Simone Dietrich zu legen. Ich denke, dass sie dieser Aufgaben gewachsen ist.

Die Fragen stellte Regina Weiß

Im Moment steht der Steingarten in voller Blüte. Mitarbeiterin Heike Hoffmann bei Pflegearbeiten. Am 1.Mai um 11 Uhr lädt Hans Ulbrich zum Rundgang durch die Anlage ein. Ab 14 Uhr gibt Hans-Jürgen Beyer ein Solokonzert.
Im Moment steht der Steingarten in voller Blüte. Mitarbeiterin Heike Hoffmann bei Pflegearbeiten. Am 1.Mai um 11 Uhr lädt Hans Ulbrich zum Rundgang durch die Anlage ein. Ab 14 Uhr gibt Hans-Jürgen Beyer ein Solokonzert. FOTO: Joachim Rehle