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„Heimat kann man nicht ersetzen“

Rund 50 Teilnehmer gedachten am Ostermontag dem vom Tagebau Nochten bedrohten Urwald Weißwasser, der ein als sorbisches Naturheiligtum betrachteter Teil der Muskauer Heide ist. Foto: Mader/amr1
Rund 50 Teilnehmer gedachten am Ostermontag dem vom Tagebau Nochten bedrohten Urwald Weißwasser, der ein als sorbisches Naturheiligtum betrachteter Teil der Muskauer Heide ist. Foto: Mader/amr1 FOTO: Mader/amr1
Rund 50 Teilnehmer haben am Ostermontag der Bedrohung des Urwaldes Weißwasser durch den Tagebau Nochten gedacht. Initiiert wurde die Mahnwache vom Arbeitskreis Prales Bela Woda/Urwald Weißwasser der Umweltgruppe Cottbus. Das Motto hieß: „Swete su mi twoje strony“ – „Heilig sind mir Deine Fluren“. Von Alexander Mader

Hoffnung. Immer wieder ist dieses eine Wort präsent - beim Spaziergang, der Schleife, Trebendorf und Rohne streift. Und natürlich bei der anschließenden Mahnwache. "Jahrhundertelang haben die Menschen vom und mit dem Wald gelebt. Für uns stirbt die Hoffnung zuletzt. Noch stehen Bäume", sagt Frank Mattiaschk von der Umweltgruppe Cottbus. Sein Blick schweift in die Ferne. "Vor einem Jahr war ich zum ersten Mal hier. Schon damals war ich überwältigt. Der Urwald ist etwas Besonderes für die Lausitz. Ich habe mich fast in Mittelgebirgsregionen versetzt gefühlt", schwärmt er. Der Urwald Weißwasser ist ein Waldschutzgebiet mit einer Fläche von 97 Hektar Größe. Bis zum Jahr 2015, so Experten, wird das Gebiet vom Tagebau Nochten überbaggert.

"Wir wollen mit dem Spaziergang und der Mahnwache dem Wald einen Raum des Gedenkens schaffen. Und ich bin überzeugt, das ist uns heute auch gelungen", sagt Frank Mattiaschk.

Edith Penk sieht es ähnlich. "Mich überrascht, wie viele Teilnehmer von weither gekommen sind. Auf der anderen Seite ist es traurig und enttäuschend, dass von uns so wenig dabei sind", bemerkt die Rohnerin. Schnell hat sie einen Hefter zur Hand. Farbfotos sind zu sehen.

"Die Bäume hier stehen schon gar nicht mehr. Aber dort sieht man jetzt das Kraftwerk", erklärt sie. Trauer schwingt in ihrer Stimme mit. Aber Hoffnung ebenso. "Ich wünsche mir, dass die Leute begreifen, dass man jetzt noch etwas tun kann. Vom Urwald ist ja fast nichts mehr zu sehen. Aber wenn in den nächsten Monaten, oder am besten möglichst sofort, Maßnahmen getroffen werden, kann man noch ein kleines Stückchen Natur retten."

Rudi Krauz aus Rohne pflichtet dem bei: "Ich war selbst im Bergbau tätig und haben dessen Auswirkungen gesehen. Deshalb ist es meine große Hoffnung, dass sich noch ein Weg findet, wie unsere Dörfer bleiben können. Denn die Heimat kann man nicht ersetzen."