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Heimat in Bildern eingefangen

Auch wenn seine großen Panoramafotos viele Parks und Schlösser zeigen, zieht auch dieses von der Spreeaue bei Cottbus den Betrachter in seinen Bann.
Auch wenn seine großen Panoramafotos viele Parks und Schlösser zeigen, zieht auch dieses von der Spreeaue bei Cottbus den Betrachter in seinen Bann. FOTO: Ralf Buttker
Bad Muskau. Ein luftiger Wolkenteppich hat sich über das Schweriner Schloss geschoben. Das Muskauer Schloss leuchtet intensiv inmitten der Schneelandschaft. Regina Weiß

In Branitz hält der Herbst samt Nebelschwaden Einzug. Die Schlösser Königshain, Moritzburg, Gaußig, Pillnitz oder der Wörlitzer Park zeigen auf den vielen Fotos ihre besten Seiten oder schöne Details. "Parks und Schlösser" heißt die neue Sonderschau, die am Donnerstagabend im Muskauer Neuen Schloss eröffnet wurde.

Für den Cottbuser Ralf Buttker ist es bereits die 42. Ausstellung. Aber es ist eine ganz besondere.

Der Muskauer Park und die Schlossruine standen für den kleinen Ralf immer besonders im Fokus. Mit Großvater Bruno Katzmann ging es regelmäßig in die Parkstadt. Erst zum Eisladen, dann in den Park. Beim Blick auf Ruine gab es immer den Satz: "Das wird nüscht mehr werden." Der Opa hat es nicht mehr erlebt, dass es doch wurde, dass das Muskauer Schloss neu geboren wurde und schöner denn je strahlt. "Das Ambiente ist geschaffen für Ausstellungen", lobt Ralf Buttker. Dass er im Neuen Schloss seine Arbeiten zeigen darf, stand lange auf der Wunschliste des Lehrers. "Nun schließt sich der Kreis", freut er sich sichtlich. In der Ausstellung zeigt er vor allem seine Panorama-Bilder. Aber nicht nur. Im Turmzimmer sind Malereien und Holzschnittarbeiten zu sehen. Auch Beispiele seines grafischen Schaffens dürfen nicht fehlen. Obwohl kein ausgebildeter Maler, Fotograf oder Gestalter braucht er die künstlerische Reflexion. Ohne die Auseinandersetzung wäre das Ganze nur "verlebte Lebenszeit", gibt er offen zu. Und freut sich riesig über seine Präsentation im Schloss, deren Vorbereitung ungezählte Stunden gekostet hat. Schon die Motivauswahl brauchte Zeit, von der Aufarbeitung ganz zu schweigen.

Lehrerin Gabriele Fieber an der damaligen EOS in Weißwasser hat das Samenkorn für die künstlerische Arbeit gelegt und gut gegossen. Was mit Arbeiten über eine Weimar-Reise begann, begleitet Ralf Buttker durch alle Lebensstationen und über 40 Jahre lang.

"In den Myriaden von Bildern", die die moderne Technik möglich machen, hat der gebürtige Döberner die "Heimat künstlerisch festgehalten, sich eine künstlerische Topografie zusammengepuzzelt", erklärt Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park.

Deutschland ist ein kulturvolles, ein kulturreiches Land mit Gegenden, die viel zu bieten haben, findet Buttker und sieht in seinen Motiven die beste Werbung dafür. Und er zollt denen Hochachtung, die das historische Erbe wieder haben aufleben lassen.

Dass seine Bilder Lust machen, sich das kulturelle Erbe in Natura anzuschauen, kann man den Besuchern der Ausstellung am Gesicht ablesen. Sie zeigen sich durchweg begeistert.

Übrigens werden die Gäste nicht nur in Wort und Bild im Festsaal auf die Parks und Schlösser im Wandel der Jahreszeiten eingestimmt, sondern das passiert auch mit Musik. Der Volkschor Eintracht Bad Muskau darf nicht fehlen, wenn Ralf Buttker eine Ausstellung eröffnet. Er ist seit vielen Jahren Mitglied im Ensemble.

Die Ausstellung ist bis zum 8. Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet drei Euro pro Person, ermäßigt 1,50 Euro.