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Heidekraut, Minibäume und Chorgesang

Anregungen und "Nachwuchs" für die eigenen Gärten haben sich die Besucher der Pflanzenbörse im Findlingspark Nochten geholt.
Anregungen und "Nachwuchs" für die eigenen Gärten haben sich die Besucher der Pflanzenbörse im Findlingspark Nochten geholt. FOTO: amz1
Nochten. Pflanzenexperte Frank Schlammer aus Krauschwitz weiß: Die Leute wollen etwas Besonderes und Pflegeleichtes. Er war bei der Pflanzenbörse in Nochten dabei. Auf die Veranstaltung wirkte sich sogar die Bundestagswahl aus. amz1

Eigentlich hat es zur Herbst-Pflanzenbörse im Findlingspark Nochten ideales Wetter gegeben. Es regnete bei Temperaturen zwischen zwölf und 14 Grad Celsius. Bestes Pflanzwetter also. Die Gäste, die der Nieselregen nicht abschreckte, wurden keineswegs enttäuscht. Denn 26 Händler aus Sachsen und Brandenburg präsentierten ein breites Sortiment an Blumen, Stauden und Gehölzen.

Beispielsweise die "Grüne Magie" von Frank Schlammer aus Krauschwitz. Der Experte mit dem grünen Daumen hat eine Menge kleiner Bäume im Angebot, die meist nur wenige Dutzend Zentimeter hoch sind und auch in den kommenden Jahren nicht viel weiter wachsen dürften. "Es handelt sich um veredelte Zwergkoniferen", erklärt Schlammer. "Die sind ideal für Kleinst-, ebenso für Steingärten." Die Leute wollten halt immer etwas Besonderes und Pflegeleichtes. Da seien, so Schlammer, die "Bonsai-Formen" heimischer Waldbäume, etwa Kiefer oder Fichte, genau richtig.

Bunt ist es am Stand des Gartencenters "Garten Eden" aus Halbendorf. "Zu unseren Höhepunkten gehört beispielsweise dieser Liebesperlenstrauch", erklärt Gärtnerin Sarah Wehner. Essen sollte man die violetten Kügelchen allerdings nicht. Ebenfalls reizvoll anzusehen sind die Variationen des Sonnenhuts, dessen Blüten längst nicht nur in einem satten Gelb erstrahlen, sondern durchaus auch in Rot bis Braun.

Besucherin Ulrike Storch aus Hoyerswerda hat sich eine Clematis-Staude gesichert. In den nächsten Tagen solle die Waldrebe in den Garten gepflanzt werden. "Ich bin erstmals bei dieser Pflanzenbörse im Findlingspark. Und was soll ich sagen? Es lohnt sich auf jeden Fall. Das Angebot ist überwältigend", resümiert die Elsterstädterin. Ins gleiche Horn stößt Ines Grajcarek aus Radibor. Sie bezeichnet sich bereits als "Stammkundin". "Ich will im heimischen Garten ein Beet neu gestalten. Da kommen mir die schönen Stauden gerade recht."

Erstmals gibt es während der Herbst-Pflanzenbörse einen Fachvortrag. Zum Auftakt dreht sich alles um das Heidekraut. Gärtnerin Ines Grünberg von der gleichnamigen Coswiger Firma weiß alles über Calluna, Erika, Glockenheide und Co. Sie rät, Heidepflanzen auf helle, leichte und durchlässige Standorte zu pflanzen, die Gewächse nach dem Anwachsen für sechs Wochen regelmäßig zu wässern und auf die Winterhärte zu achten. Auch im kommenden Jahr solle es im Rahmen der Herbst-Pflanzenbörse einen Fachvortrag geben, kündigt Anita Schwitalla vom Parkteam an. Mögliche Themen könnten Steingärten oder die Rolle des Wassers bilden.

Traditionell am letzten Sonntag im September findet im Findlingspark auch das große Chorsingen statt. Diesmal muss die Veranstaltung allerdings kleiner ausfallen - wegen der Bundestagswahl. Mehrere Sänger sind als Wahlhelfer unabkömmlich, erklärt der musikalische Leiter Lars Deke. Dennoch präsentieren der Stadtchor Weißwasser und der Gemischte Chor Hoyerswerda mit insgesamt rund 60 Mitwirkenden ein Programm, das die vielen Zuhörer mitreißt. Beide Ensembles präsentieren auch neu einstudierte Werke, beispielsweise ein Lied aus Neuseeland in der Sprache der Ureinwohner, der Maori. Vereinsvorsitzende Kerstin Jebas verweist stolz auf ihren Kinderchor, der vielleicht auch mal im Findlingspark auftreten könnte. Zudem werde weiterer sangesfreudiger Nachwuchs gesucht.

Indes geht die Saison 2017 im Findlingspark langsam aber sicher in ihr Finale. Laut Anita Schwitalla könnten bis zum letzten Besuchstag, 15. November, rund 60 000 Gäste gezählt werden. Bislang hätten schon 52 000 Menschen die Anlage besucht. Während der gesamten Saison 2016 waren 58 000 Leute gekommen.