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| 16:20 Uhr

In der Stadt Weißwasser
Wie ein Siebener im Lotto

 Jens Nowak vor seiner Arbeitsstätte – der Bruno-Bürgel-Oberschule Weißwasser. Als Hausmeister ist er dort beschäftigt und hat die Entscheidung, dort anzufangen, „nicht eine Minute bereut“.
Jens Nowak vor seiner Arbeitsstätte – der Bruno-Bürgel-Oberschule Weißwasser. Als Hausmeister ist er dort beschäftigt und hat die Entscheidung, dort anzufangen, „nicht eine Minute bereut“. FOTO: Regina Weiß
Weißwasser. Jens Nowak ist Hausmeister in der Bruno-Bürgel-Oberschule Weißwasser. In den Ferien ist die Hochzeit für die Wartung. Von Regina Weiß

Die Ruhe fällt sofort auf. Klar, in dem Schulgebäude an der Lutherstraße in Weißwasser halten sich derzeit nur wenige Leute auf. „Sonst ist der Geräuschpegel anders. Ganz klar bei 380 Kindern“, erklärt Jens Nowak.

Urlaub für Hausmeister in Schulferien tabu

Die Schüler haben jetzt Ferien und genießen diese auch. Hausmeister haben auch irgendwann Ferien. Aber keine sechs Wochen lang. Vielmehr sind die schulfreien Tage die Hochzeit für Wartungsfirmen. Denn so ein Schulgebäude hat allerhand technische Anlagen, auf die man in regelmäßigen Abständen ein Auge haben muss. Heizung und Lüftung, Brandmeldeanlage und anderes mehr. Meist wird in den großen Ferien die Generalreinigung der Häuser durchgeführt. Oder es laufen Bauarbeiten, wie demnächst auf dem Sportplatz hinter der Schule. Er wird neu beschichtet.

Ansprechpartner für die Handwerksfirmen

Das muss der Hausmeister nicht selber machen, aber er guckt, ob alles läuft, ist Ansprechpartner für die Handwerksfirmen und er hat die Schlüsselverantwortung.

Besen und Kittel als Markenzeichen für Hausmeister – die Zeiten waren einmal. Doch nicht in der Gedankenwelt der Leute. Da muss sich Jens Nowak immer mal wieder einen Spruch anhören, wo denn seine Dienstbekleidung sei. Doch der 54-Jährige nimmt es mit Humor. Heute müsse der Hausmeister vielmehr Techniker sein, um sich den vielfältigen Aufgaben stellen zu können. Natürlich werde auch handwerkliches Geschick gefordert, wenn es ums Ganzmachen geht.

Früher gab es Herrn Hähnel, immer im Kittel

Dabei kann er sich noch gut an „seinen“ Hausmeister erinnern, als er in die Schule ging. Jens Nowak war damals auch Schüler der Bruno-Bürgel-Schule – im Gebäude an der Brunnenstraße. Dort gab es Herrn Hähnel, wohlgemerkt immer im Kittel. „Der Mann stand immer in seiner Werkstatt, wo er Holzarbeiten gemacht hat“, erinnert sich Jens Nowak.

Eine Werkstatt hat Jens Nowak auch. Der Raum ist im Keller und gleichzeitig auch Büro. Seit neun Jahren sein erster Anlaufpunkt. Vorher ist der Weißwasseraner 20 Jahre auf Montage gewesen. Dann suchte die Stadtverwaltung einen Hausmeister. Zwar für ein Jahr befristet, doch er versuchte es dennoch und wurde eingestellt. „Das war wie ein Siebener mit Zusatzzahl“, erklärt er rückblickend. Er macht seinen Job gern und hat Spaß an dieser abwechslungsreichen Arbeit. Nicht eine Minute habe er die Entscheidung bereut.

Jede Menge Aufträge abzuarbeiten

Längst ist es nicht nur die Oberschule, die in seinen Verantwortungsbereich fällt. Der neue und der alte Regenbogen oder die Geschwister-Scholl-Grundschule sind in der Ferienzeit seine Anlaufpunkte. Es muss nach dem rechten geschaut werden oder es gibt Aufträge der Schul- und Kitaleitung, die abzuarbeiten sind. „Es sind immer mal Kleinigkeiten, die repariert werden müssen“, sagt Jens Nowak. Oder das Gras wachse schneller, als geplant. Allein 8000 Quadratmeter Grünfläche hat die Bürgelschule. Da ist man mit dem Mäher eine Weile unterwegs.

Außerdem hat Jens Nowak sozusagen auch den Hut für seine Hausmeisterkollegen auf. Udo Hemmo, Michael Wegner, Bodo Dolk und Stefan Fredel gehören zum Team. Ein sechster soll aller Voraussicht noch im September dazu kommen. Die Schulen, Kitas, Stadion der Kraftwerker, Glasfachschule, Ärztehaus, Obdachlosenheim, Sportplatz gehören zum umfangreichen Aufgabenbereich dieses Teams. Oder es gibt mal gebündelte Einsätze, wie jüngst in der Eisarena.

Am meisten geht es um Fahrradschlösser

Natürlich wird Jens Nowak auch von den Schülern angesprochen, wenn sie Hilfe brauchen. „Am meisten geht es um Fahrradschlösser, wenn die Schüler ihre Schlüssel versemmelt haben“, muss Jens Nowak selbst lachen. Dann werde ganz höflich gefragt, ob er nicht mal zur Zange greifen kann.

Stolz zeigt er seine Danke-
schön-Karten der Schüler aus den unterschiedlichsten Klassenstufen, dabei strahlt sein Gesicht.