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| 14:02 Uhr

Medizinische Versrogung
Hausarztpraxis und Hospiz entstehen in Niesky

Oberin Sonja Rönsch freut sich darauf, dass in einem Jahr an dieser Stelle der fertige Hospizbau stehen wird.
Oberin Sonja Rönsch freut sich darauf, dass in einem Jahr an dieser Stelle der fertige Hospizbau stehen wird. FOTO: Uwe Menschner
Niesky. Am Nieskyer Diakonie-Standort tut sich etwas. Während die Diako Dresden ihr Facharztzentrum komplettiert, legt Emmaus den Grundstein für ein stationäres Hospiz. Von Uwe Menschner

Das Facharztzentrum im früheren Nieskyer Altenpflegeheim „Abendfrieden“ nimmt mehr und mehr Gestalt an. „Neben der chirurgischen Praxis, die bereits vor eineinhalb Jahren ihren Betrieb aufgenommen hat, verfügen wir seit Anfang Oktober auch über eine Hausarztpraxis vor Ort“, freut sich Victor Franke, Medienreferent der Diakonissenanstalt Dresden (Diako). Diese übernahm vor drei Jahren die Verantwortung für den medizinischen Teil der diakonischen Arbeit in Niesky. Neben der Fortführung des Krankenhausbetriebes hatte sich die Diako in diesem Zuge auch die Errichtung eines Medizinischen Versorgungszentrums auf die Fahnen geschrieben. „Die Grundidee besteht darin, die Ärzte in einem festen Anstellungsverhältnis zu beschäftigen“, erklärt Victor Franke. „Dies entlastet sie von einer Vielzahl von bürokratischen Pflichten, die ein niedergelassener Arzt zu bewältigen hat.“

In einem ersten Schritt eröffneten die Krankenhausärzte Dr. Ernst Banda und Piotr Petryna eine chirurgische Praxis, die sie neben ihrer ursprünglichen Tätigkeit in Teilzeit betreiben. Mit dem Internisten Thomas Flämig konnte die Diako jetzt einen weiteren Facharzt gewinnen, der die hausärztliche Patientenbetreuung übernimmt. „Der Wunsch nach einem Hausarzt besteht seit der Gründung des Zentrums. Von daher kann man sagen, dass wir im Plan liegen“, so der Diako-Sprecher. Flämig ist den Nieskyern seit Jahrzehnten als Arzt vertraut. Zunächst arbeitet er noch selbstständig als Mieter im „Abendfrieden“, ab dem 1. Januar 2019 als Beschäftigter der Diako MVZ GmbH. Und es kommt noch besser: „Wir befinden uns in Verhandlungen mit einem weiteren Kollegen, der die hausärztliche Tätigkeit verstärken soll.“ Somit arbeiten, wenn der Plan aufgeht, ab dem Jahresbeginn vier Ärzte in zwei Praxen für das Facharztzentrum am Standort „Abendfrieden.“ Hinzu kommt die Praxis Wehnert an der Bautzener Straße, in der Eva-Maria Kantz als allgemeine Ärztin und Berndt Wehnert als Hals-Nasen-Ohren-Arzt in Anstellung der Diako MVZ GmbH tätig sind. „Das Konzept, Medizinern eine Festanstellung zu bieten, geht auf. Die Erfahrung zeigt, dass es schwer ist, Ärzte zu finden, die in der Region Niesky eine eigene Praxis führen wollen. Insofern ist unser Angebot besser geeignet, die Versorgung zu sichern“, fasst Victor Franke zusammen. Neben der Diako Dresden ist am traditionsreichen Nieskyer Standort auch nach wie vor die Diakonissenanstalt Emmaus Niesky tätig. Diese betreibt verschiedene betreute Wohneinrichtungen und das „neue“ Pflegeheim Abendfrieden sowie eine Berufsfachschule für Altenpflege, deren Sitz sich in Bautzen befindet. Und sie hat erst unlängst den Grundstein für ein neues Großprojekt gelegt: „In unmittelbarer Nähe bauen wir ein stationäres Hospiz mit zwölf Plätzen, davon zwei für Kinder und Jugendliche“, wie Oberin Sonja Rönsch berichtet.

Bei einem Hospiz handelt es sich um eine Einrichtung, in der Kranke in ihren letzten Lebenstagen begleitet und betreut werden. Dabei handelt es sich (nach Herrnhut) um die zweite derartige Einrichtung in der Oberlausitz. „Wir bereiten das Hospiz auf zwei Ebenen vor: baulich und organisatorisch. Zu Letzterem gehört unter anderem die Personalauswahl: Durch das Hospiz entstehen 27 Arbeitsplätze. Außerdem wollen wir demnächst einen Förderverein gründen“, so die Oberin. Dessen Aufgabe besteht vor allem darin, Spenden für die Hospizarbeit einzuwerben. Das ist insofern zwingend notwendig, als dass sich ein Hospiz per Gesetz zu fünf Prozent aus Eigenmitteln des Trägers finanzieren muss. 95 Prozent geben die Krankenkassen. Die Hospizgäste, wie die schwerkranken Bewohner genannt werden, zahlen nichts. Laut den derzeitigen Plänen soll das Nieskyer Hospiz zum 1. Oktober 2019 in Betrieb gehen.