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| 15:10 Uhr

Bauhausjahr
Haus Schminke wird fürs Bauhausjahr herausgeputzt

Gerüste vor dem Fenster: Claudia Muntschick erklärte Martin Dulig die gegenwärtigen Sanierungsarbeiten am Haus Schminke. Bei dem Besuch ses sächsischen Wirtschaftsministers war auch der Stiftungsratsvorsitzende und Löbauer OB Dietmar Buchholz dabei...
Gerüste vor dem Fenster: Claudia Muntschick erklärte Martin Dulig die gegenwärtigen Sanierungsarbeiten am Haus Schminke. Bei dem Besuch ses sächsischen Wirtschaftsministers war auch der Stiftungsratsvorsitzende und Löbauer OB Dietmar Buchholz dabei... FOTO: Uwe Menschner
Löbau. Vor wenigen Tagen konnte sich der sächsische Wirtschaftsminister vom Sanierungsfortschritt an dem weltberühmten Löbauer Haus überzeugen. Ende August werden die Arbeiten abgeschlossen. Von Uwe Menschner

Das Haus Schminke in Löbau, anerkannter Weise eines der vier bedeutendsten Wohnhäuser der Moderne weltweit, verbirgt sich derzeit hinter einem Baugerüst. Das ist aber kein Grund, um es hermetisch vor Besuchern abzuschirmen. „Einmal im Monat veranstalten wir eine Baustellenführung, an der jeder Interessent nach Anmeldung teilnehmen kann“, erklärt Claudia Muntschick, Projektleiterin der Stiftung Haus Schminke, die sich um den Erhalt und die öffentliche Wahrnehmung des berühmten Baudenkmals kümmert.

Und dann gibt es auch noch Sonderführungen, wenn sich ein hochrangiger Vertreter aus der Politik für den Baufortschritt interessiert – wie der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) auf seiner Sommertour zu touristischen Hotspots. Einen solchen stellt das Haus Schminke zweifellos dar: Etwa 8000 Besucher aus 30 Ländern konnte die Stiftung im Jahr 2017 zählen. Gegenüber 2016 stellte dies einen Zuwachs um 800 dar; auch in den vergangenen Jahren gab es bereits einen stetigen Anstieg.

Viele der Besucher lassen sich in die Kategorie „Fachpublikum“ einordnen; doch auch ganz „normale“ Touristen finden den Weg zum nicht unmittelbar im Stadtzentrum gelegenen „Nudeldampfer“ – eine Anspielung des Volksmundes auf die Form des Hauses sowie auf den Bauherren Fritz Schminke, einen Löbauer Nudelfabrikanten.

Doch derzeit stehen sie – wie gesagt – zumeist vor verschlossenen Türen. „Seit April laufen hier dringend notwendige und lange geplante Sanierungen an Dach und Fassade“, wie der Stiftungsratsvorsitzende und Löbauer Oberbürgermeister Dietmar Buchholz (parteilos) erklärt. Diese weisen gravierende Schäden auf: „Der Außenputz ist von Rissen durchzogen, und auf dem Dach müssen zahlreiche der Glaskörper, die das Tageslicht ins Elternschlafzimmer lassen, erneuert werden.“ Letztere sind im Laufe der Jahre blind geworden und können den vom Architekten Hans Scharoun angestrebten Effekt, das Zimmer tagsüber natürlich zu beleuchten, nicht mehr erfüllen. „Es war eines der wichtigsten Anliegen von Frau Schminke, dass ihr Haus vom Tageslicht durchflutet wird“, weiß Claudia Muntschick. Und noch ein weiterer Effekt wird sich nach der Sanierung wieder erleben lassen: „Durch besondere Zusätze im Putz erstrahlt und leuchtet die Fassade förmlich im Sonnenlicht.“

Mit der jetzigen Instandsetzung, so Dietmar Buchholz, müssen auch Spätfolgen früherer Sanierungen beseitigt werden: „Probleme gibt es, wo nachträglich Dämmung eingebaut wurde. Scharoun baute komplett ohne Dämmung.“ Lange dauert der gegenwärtige Zustand übrigens nicht mehr an, denn Ende August soll die Sanierung abgeschlossen sein. Ab September steht das Haus dann wieder in gewohnter Weise der Öffentlichkeit zur Verfügung. Dann kann es sich als eines der Highlights im Rahmen des 100. Bauhaus-Jubiläums im Jahre 2019 im makellosen Glanz seiner ursprünglichen Schönheit präsentieren.