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| 18:53 Uhr

Weißwasser
Welche Zukunft hat das Jahnbad?

Auch der Park zwischen Jahnbad und Jahndamm soll im Rahmen des Efre-Projektes aufgewertet werden. Eine Entwurfsplanung zum Areal und Jahnbad soll das Büro GMB aus Senftenberg erarbeiten.
Auch der Park zwischen Jahnbad und Jahndamm soll im Rahmen des Efre-Projektes aufgewertet werden. Eine Entwurfsplanung zum Areal und Jahnbad soll das Büro GMB aus Senftenberg erarbeiten. FOTO: Joachim Rehle
Weißwasser. Die Fraktion Klartext und „Wir für Hier“ laden Bürger in Weißwasser zur Diskussion, was zwischen Tierpark und Waldeisenbahn passieren soll. Die zentrale Frage: Bleibt das Freibad oder kommt eine Badestelle? Von Christian Köhler

Die Wählervereinigungen Klartext  und „Wir für Hier“ laden für Dienstag, 30. Oktober, um 19 Uhr alle interessierten Bürger in den Vereinspavillon Sorauer Platz nach Weißwasser ein. Dort findet eine Diskussion unter dem Motto „Hat das Jahnbad eine Zukunft?“ statt, erklärt Klartext-Stadtrat Andreas Friebel. An dieser Runde werden unter anderem Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext), Bauamtsleiter Thomas Böse sowie Vertreter des Vereins mobile Jugendarbeit und Soziokultur sowie Stadträte von Klartext und „Wir für Hier“ teilnehmen. „Im Rahmen dieser Diskussion möchten wir uns ein Bild verschaffen, wie sich die Weißwasseraner die Zukunft des Jahnbades vorstellen“, erklärt Andreas Friebel. Die Ergebnisse aus dieser Runde sollen dann in die Ausschüsse und den Stadtrat mitgenommen werden.

Hintergrund der Einladung ist die Frage, wie es mit dem Jahnbad weitergehen soll. Zum 1. Januar 2019 gibt der bisherige Betreiber – die mobile Jugendarbeit und Soziokultur – die Bewirtschaftung auf. Ein entsprechender Pachtvertrag mit der Stadt läuft aus. „Die Betreibung ist für uns finanziell nicht darstellbar. Darüber hinaus ist es unsere Aufgabe, kulturelle Angebote in Weißwasser zu bieten, und nicht, städtisches Eigentum zu bewirtschaften. Das hat uns der Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien auch deutlich zu verstehen gegeben“, erläutert Klartext-Stadtrat und Vereinsmitglied Timo Schutza während einer Sitzung des Bauausschusses im Sommer. Der Verein wird finanziell durch Gelder des Kulturraumes unterstützt. Damit dies im bisherigen Umfang weitergeht, müsse man sich vom Jahnbad trennen, so Schutza.

Hinzu kommt, so erklärte Thomas Böse, dass „die Bauten im Wasser kaputt sind und sie entweder erneuert oder zurückgebaut werden müssen“. Dies sowie die Möglichkeit, EU-Fördermittel aus dem Topf für regionale Entwicklung (Efre) für eine Umgestaltung des Naturbades sowie des gesamten Areals vom Jahnbad über Jahnpark bis zum Bahnhof der Waldeisenbahn an der Teichstraße zu nutzen, machen eine Diskussion um die Zukunft des Areals unumgänglich. Insgesamt könnten in das Gebiet 1,375 Millionen Euro bei einer Förderquote von 80 Prozent fließen. Allerdings, darauf hebt Thomas Böse immer wieder ab, muss aufgrund der Förderbedingungen schnell gehandelt werden, damit die Gelder nicht versiegen.

Das Handeln aber fällt schwer. Im Bauausschuss nämlich konnten sich die Mitglieder nicht auf ein gemeinsames Ziel für das Naturbad einigen. Zwei Alternativen für die Zukunft des Bades stehen zur Debatte: Thomas Böse schlug vor, das Bad als freie Badestelle zu entwickeln. In diesem Zusammenhang könnten mehrere Gebäude, etwa der Kiosk, der Spielplatz und ein Teil der Volleyballplätze mit den Fördermitteln abgerissen werden. „Ich könnte mir dann vorstellen, dass ein Teil der verbleibenden Gebäude wie die Umkleidekabinen für das Aquateam bereitgestellt werden könnten“, so Böse. Der Tauchverein hat sein Domizil bereits mehrere Jahre schon am Jahnbad. Mit dieser Vorgehensweise, so hofft der Bauamtschef, ließen sich insbesondere spätere Kosten einsparen, etwa würde die Badeaufsicht im Sommer wegfallen. „Es ist offen, ob wir einen Betreiber für das Bad finden. Insofern sehe ich nur die Entwicklung als freie Badestelle.“

„Ich finde den Ansatz gut“, erklärte Kathrin Jung (SPD), „und es ist für uns die preiswerteste Lösung.“ Auch wenn es nämlich keinen Betreiber für das Bad gibt, solle doch zumindest der Zugang zum Strand erhalten bleiben, so die Rätin. Der Argumentation kann auch Detlef Wolsch (Klartext) folgen.

Die Alternative, das Bad als Freibad zu erhalten, will ein anderer Teil des Ausschusses nicht aufgeben. Alles andere, so Timo Schutza, „wäre der Abschuss des Jahnbades“. Schutza sieht zudem die Gefahr, dass „der schöne Flecken Erde“ ohne Aufsicht verkommt und zugemüllt wird. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dort die ersten Partys steigen“, sagt er. Thomas Krause (CDU) argumentiert, dass die Reinigungskosten auch bei einer offenen Badestelle bei der Stadt bleiben. „Ob wir also günstiger kommen, weiß ich nicht“, ergänzt Andreas Kaulfuß (CDU).

Eine Abstimmung unter den Ausschussmitlgiedern, wie nun verfahren werden soll, endete im Gleichstand. Um dennoch weiter zu kommen, stimmte der Ausschuss zu, die Bauten im Wasser zurückzubauen – egal welche der beiden Optionen sich  schließlich durchsetzen wird. Darüber hinaus gab der Ausschuss grünes Licht für einen Planungsauftrag, den das Büro GMB aus Senftenberg erhalten hat. Das Büro soll nun für beide Optionen und die Umgestaltung des Grünzuges bis zur Waldeisenbahn Ideen erarbeiten. Torsten Pötzsch (Klartext) fordert die Stadträte zudem auf, Vorschläge für das Areal zu unterbreiten.