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Attraktive Einkaufsstätten
Handel im Wandel der Zeiten

Das modernisierte Kaufland in Weißwasser wurde offiziell eröffnet. Hausleiterin Martina Meyer (M.) begrüßte Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (r.), und verschiedene Firmenvertreter.
Das modernisierte Kaufland in Weißwasser wurde offiziell eröffnet. Hausleiterin Martina Meyer (M.) begrüßte Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (r.), und verschiedene Firmenvertreter. FOTO: Martina Arlt/mat2
Weißwasser. Handel heißt Wandel. Um dem Wettbewerb standzuhalten und den Kunden eine attraktive Einkaufsstätte zu präsentieren, wurde der große Markt in der Südpassage in Weißwasser zwischen dem 4. und 25. September renoviert und modernisiert. Martina Arlt und Gabi Nitsche

"Es wurde in den drei Wochen Tag und Nacht gearbeitet. Nachts wurden die Regale von Fremdfirmen-Mitarbeitern aufgestellt, und unsere Mitarbeiter füllten sie dann tagsüber. Es war ein Marathonprogramm. Doch so konnten wir bei vollem Betrieb diese Aufgabe meistern. Wir hatten nur an einem Tag geschlossen." Das sagt Martina Meyer, die seit 14 Jahren in Weißwasser als Hausleiterin tätig ist, jedoch schon seit 26 Jahren im Kaufland-Unternehmen arbeitet. Die Leiterin ergänzt: "Für dieses Verständnis möchten wir uns ganz herzlich bei unseren Kunden bedanken und hoffen, dass sie nun unseren Einkaufsmarkt im neuen Outfit und mit vielen positiven Veränderungen gern annehmen."

Das Kaufland ist in Weißwasser seit dem Jahr 2000 präsent und verfügt über 450 Parkplätze an der Südpassage. Der Markt beschäftigt heute 99 Mitarbeiter und hat eine Fläche von 4800 Quadratmetern, zählt die Leiterin auf. Im Zuge der Umbaumaßnahmen sei Bewährtes mit Neuem verbunden worden. Kunden können barrierefrei einkaufen, sie werden durch ein Leitsystem durch den Markt geführt, der sich in neuen Farben und zum Teil neu sortiert zeigt. Die Regale sind nur noch 1,80 Meter hoch. Für die Mitarbeiter wurde damit auch die körperlich schwere Arbeit erleichtert, heißt es. "Derzeit sind wir auch bemüht, unseren regionalen Lieferanten Willms Fleisch GmbH aus Weißwasser bei uns einzulisten. Zu den Produkten der Region gehören bei uns außerdem Hosena-Säfte, Produkte aus der Lausitzer Ölmühle sowie der Oberlausitzer Baumkuchen", sagt Martina Meyer.

Das Kaufland, welches seinen Mietvertrag erst vor Kurzem um weitere fünf Jahre verlängert hat, ist Hauptmieter im Einkaufscenter Südpassage in Weißwasser-Süd. Dieses hat 12 000 Quadratmeter Fläche, 10 000 davon allein Einzelhandelsfläche.

Die Bedeutung von attraktiven Märkten haben auch die Mitbewerber längst erkannt. Vor einem Jahr öffnete der neu gebaute Lidl-Markt in Weißwasser. Der Markt ist etwa 1500 Quadratmeter groß, einschließlich Lager. Er trägt das Qualitätszeichen für generationenfreundliches Einkaufen vom Handelsverband Sachsen.

Aldis Planungen für einen neuen Markt in Weißwasser laufen auf Hochtouren. Es soll einer der moderneren Generation sein und mit einem dm-Drogeriemarkt. Laut Unternehmen soll dieser Neubau Ende kommenden Jahres fertiggestellt sein. Dann soll es nur noch diese eine Filiale geben von derzeit zwei in Weißwasser.

In Bad Muskau ist das Handelsunternehmen schon seit April 2015 nicht mehr präsent. Die genutzte Immobilie und die des ehemaligen Netto-Marktes an der Görlitzer Straße stehen leer. Bürgermeister Andreas Bänder hat mehrfach erfolglos versucht, Discounter für diese Standorte zu begeistern. Wobei Netto der Parkstadt erhalten blieb und neu baute an der Berliner Chaussee und im März 2016 eröffnete.

Der Marken-Discounter ist auch in Schleife und Krauschwitz vertreten, möchte sich in Krauschwitz sogar vergrößern. Es geht um eine Fläche von jetzt circa 800 auf 1100 Quadratmeter. Das ist ein Ausmaß, für das eine Gemeinde in der Größe von Krauschwitz eine Ausnahmegenehmigung braucht. Doch ohne Einzelhandelskonzept sind dafür die Aussichten gleich null. Denn es wird der kommunalpolitische Nachweis verlangt, dass nur so die Versorgungssicherheit vor Ort gewährleistet werden kann. Die Firma GMA Dresden GmbH ist damit beauftragt worden und stellte vor einigen Wochen die Ergebnisse ihrer Untersuchungen vor. Das Urteil der Experten: Nur mit dem größeren Markt wird die kommunale Eigenversorgung gesichert. Da es der einzige Nahversorger in der Gemeinde ist, seien keine negativen Auswirkungen auf andere erkennbar. Netto soll laut GMA jetzt bis zu 3,2 Millionen Euro pro Jahr umsetzen. Beim vorgesehenen Neubau gehe man von einer Million Euro mehr aus. Das würde laut Experten bedeuten, dass mehr Kaufkraft vor Ort bleiben müsse. Fazit: Die Leute aus Krauschwitzer Orten müssen weniger in Weißwasser einkaufen und auch nicht mehr wegen Lebensmitteln nach Bad Muskau fahren.

Zum Thema:
Am kommenden Samstag lesen Sie, welche besonderen Gastro- und Serviceangebote über das Jahr verteilt mehr Gäste in die Einkaufsstraßen ziehen sollen.