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Handballer-Treffen in der Gablenzer Freizeit

Helmar Haasa berichtet über die Geschichte von "Aktivist" zu DDR-Zeiten: Zum 12. Mal haben sich ehemalige Handballer von Aktivist Weißwasser in der "Gablenzer Freizeit" zu ihrem jährlichen Treffen versammelt.

Traditionell findet diese Veranstaltung immer am Vorabend zum Tag der deutschen Einheit statt. Der Bowlingwettbewerb, bei dem diesmal Uli Scholta gewann, ist dabei fester Bestandteil des Abends. Im Mittelpunkt der Gespräche aber sind natürlich die sportlichen Ereignisse des Vereins im Verlaufe der vielen erfolgreichen Jahre. Chronologisch hier einige Höhepunkte:

Am 8. März 1950 wurde auf dem Sportplatz in Gablenz vor 2000 Zuschauern der erste DDR-Meister im Feldhandball, Leipzig-Eutritzsch, mit 4:2 besiegt. Der Platz mußte vorher vom Schnee beräumt werden.

Es folgte der Sieg der DDR-Meisterschaft der Sportvereinigung "Aktivist", dem Dachverband der Betriebssportgemeinschaften des Bergbaus.

1965 spielte die Mannschaft in der Oberliga im Feldhandball, gemeinsam mit Stahl Krauschwitz und Lok Schleife. Drei Mannschaften aus einem Landkreis, einmalig in Deutschland!

1966 Aufstieg in die DDR-Liga im Hallenhandball. Elf Jahre lang ist der Verein die beste Mannschaft im Bezirk Cottbus. 1969 verpasst das Team nur ganz knapp den Aufstieg in die Oberliga.

Inzwischen können sich Interessenten auch im Internet (Handball in der DDR.de) umfassend über die Situation des Handballsportes in der DDR informieren. Ausführliche Übersichten geben Auskunft über die Verläufe der Spielzeiten schon unmittelbar nach Ende des Krieges.

Regelt sich Verkehr an der Grenze bald selbst?

Wilfried Bartholomäus schreibt zum Artikel "Muss erst was passieren?" vom 30. September in der Lokalausgabe Weißwasser:

"Wer aus Polen kommt, sieht das Schild ‚Verkehrsberuhigte Zone' erst kurz hinter der Brücke" heißt es in der Bildunterschrift. Wer mit dem PKW aus Richtung Krauschwitz kommt, sieht das entsprechende Schild im Zweifel gar nicht: Erst steht es für den Fahrer längs zur Fahrtrichtung, wenn er sich auf Höhe des Schildes befindet, ist es aus dem Auto nur zu sehen, wenn man im Cabriolet unterwegs ist. Und wenn man dann auf den Platz abgebogen ist, ist man auch schon am Schild vorbei. Unklar ist auch, warum das Schild so weit abseits des Bereiches aufgestellt wurde, der für die Benutzung durch Fahrzeuge vorgesehen ist. Zu hohe Geschwindigkeiten konnte ich bei meinem Spaziergang am Sonntagvormittag übrigens nicht beobachten: Bei entsprechendem Verkehrsaufkommen regelt sich das wohl von selbst . . .

Leckeres Fallobst in Bad Muskau

Marion Schariott vom Kursana Domizil in Bad Muskau berichtet von einer Obstverkostung bei den Senioren:

Mehrmals monatlich nimmt sich das Personal des Kursana Domizils einen Vormittag Zeit, um mit den Senioren in die Kaufhalle zu gehen. Diese Einkausbummel erfreuen sich großer Beliebtheit. Renner bei den Senioren sind frische Blumen, Kuchen vom Bäcker, Süßigkeiten, auch mal ein Piccolo und frisches Obst. Das spielt zu jeder Jahreszeit eine große Rolle. Doch diesmal kommt das Obst nicht aus der Kaufhalle.Therapeutin Anja Luther hat Falläpfel mitgebracht. Und weil die Herbstzeit auch Apfelzeit ist, verwundert es nicht, dass die Vielfalt der Verarbeitungsmöglichkeiten von einigen Bewohnern des Hauses selbst genutzt werden. Sie wollen das Fallobst zu leckerem Apfelmus und zu einem wohlschmeckendem Apfelkuchen verarbeiten. Zu gut wissen sie noch aus ihrer Kinder- und Jugendzeit, dass nichts umkommen darf. Und während die Hände schälen und schneiden, wird angeregt diskutiert: Was könnte das für eine Sorte sein, Boskopp, Carola oder Winterapfel? Man kommt zu keinem Ergebnis, kann sich nicht hundertprozentig entscheiden. Aber eins steht am Ende fest: Für Apfelmus und Kuchen waren sie gut geeignet, denn beides schmeckt allen prima!

Ein Besuch in der Zooschule

Grundschullehrerin Ines Kowalsky von der Hans-Fallada-Schule in Rietschen berichtet von einem Besuch in der Zooschule in Weißwasser mit ihrer Klasse:

"Schon Schluss? Och, nö! Tschüss Meerschweinchen. Ich komm bald wieder!" Das waren die Worte der Schüler der ersten und zweiten Klassen der Hans - Fallada - Schule in Rietschen, als sie sich am Ende September nach vier Stunden verabschieden mussten. Wenn Kinder so etwas sagen, dann haben die Mitarbeiterinnen der Zooschule in Weißwasser, insbesondere Frau Müller, alles richtig gemacht.

Bei einem Rundgang durch den Tierpark hat sie das Sachkundethema "Heim- und Haustiere" eindrucksvoll vermittelt. Dabei ist es ihr gelungen, alle Schüler einzubeziehen. Beim Füttern der Tiere im Streichelzoo hatten sie besonders viel Spaß. Als sie dann auch noch am Schluss die kleinen Meerschweinchen und Kaninchen in die Hände nehmen und streicheln durften, waren sie endgültig fasziniert. Ihnen wurde gezeigt, wie viel Feingefühl und Vorsicht im Umgang mit Tieren notwendig ist. Einfach toll! Vielen Dank! Wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch!

Einstige Pickelheimer Filiale in Weißwasser

An die Pickelheimer Gesellschaft und eine Außenstelle von ihr in Weißwasser erinnert sich der Weißwasseraner Bernd-Ingo Friedrich:

Der ehemalige Bezirk Cottbus besaß einmal eine recht starke Ortsgruppe der "Pirckheimer-Gesellschaft beim Kulturbund der DDR", der Bibliophilen-Vereinigung des Ostens. Ihre Versammlungen fanden regelmäßig im Cottbuser Carl-Blechen-Club in der Bahnhofstraße statt. Als ich ihr beitrat, im Jahre 1976, war Jürgen Schramke ihr Vorsitzender. Er sammelte beinahe alles, auch Zeitschriften, Zeitungen und Münzen, aber seine besondere Vorliebe galt den Büchern der Illustratoren Werner Klemke und Kurt "Kuddel" Klamann. Seine Frau war eine leidenschaftliche Keramiksammlerin. Sie wohnten in einer geräumigen Wohnung an der Stadtpromenade, die bis unter alle Zimmerdecken mit den "Früchten" ihrer Leidenschaft gefüllt war. Helmut Klausch, der Cottbuser Antiquar mit Ladengeschäft in der August-Bebel-Straße, gehörte der Gesellschaft ebenfalls an. Er veranstaltete jedes Jahr eine Buch- und Graphik-Auktion. An eine erinnere ich mich besonders, weil auf ihr ein Buch über gewisse Sexualpraktiken unter den Hammer kam, das zu meinem Entsetzen sündhaft teuer - für die damaligen Verhältnisse - ersteigert wurde, und zwar von einer sehr gut aussehenden jungen Frau. Klausch, der nach der "Wende" noch für längere Zeit die antiquarische Ecke der Buchhandlung "Jenny Marx" betreut hatte, konnte Geschichten erzählen! Von gefundenen und entschwundenen Schätzen; wie ihm - beispielsweise - einmal ein Säckchen voller Goldmünzen entgangen war, weil er ein Bücherregal nicht hatte kaufen wollen. Der Anbieter hatte, um dessen Solidität zu demonstrieren, auf die Rückwand geklopft und dabei die hohle Stelle erwischt, in der das Säckchen jahrzehntelang verborgen war.

Die Veranstaltungen der Pirckheimer hatten ein hohes Niveau; es gab Vorträge, Exkursionen und gesellige Zusammenkünfte. An jene mit dem Karl-Marx-Städter Jugendstilsammler Georg Brühl erinnere ich mich wiederum besonders gern. Wer einmal das Glück hatte, "den Brühl" kennen zu lernen, wird wissen, warum. Ein Ableger der Cottbuser Pirckheimer-Filiale befand sich in Weißwasser. Ihr gehörten der Presse-Graphiker Peter Müller, der Buchbinder (Meister) Hans Hubert Gotzmann, meine Wenigkeit und eine Frau an, die wir nur aus dem Sammlerverzeichnis kannten. Übrig geblieben sind der Buchbinder und ich. Die Cottbuser Pirckheimer gibt es nicht mehr. Als sich abzeichnete, dass über den Kulturbund wohl keine Geschäfte mehr gemacht werden könnten, verließen sie das sinkende Schiff. Inzwischen ist die ehemalige ostdeutsche Bibliophilen-Vereinigung als Überlebende ihrer Art deutschlandweit die einzige, die noch eine Zeitschrift, die Marginalien, herausgibt. Aus ihrer Redaktion ist nun, als Jahresgabe für die Mitglieder, der Bibliophilen-Almanach Jubelrufe aus Bücherstapeln gekommen. Ihn würde ich gern vorstellen; er enthält auch einen - wie manche meinen: sehr schönen - Beitrag von mir. Er heißt: "Von Struck zu Struck - 40 Jahre Pirckheimer oder: Von einem schweizer-tschechischen Molch, einem Glasbläser und den Freuden der Bibliophilie in der Provinz".