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| 18:05 Uhr

Bahnverkehr
Halt Horka-Mitte noch nicht wirklich in Sicht

Etwa hier müsste der neue Haltepunkt Horka-Mitte, wenn er denn tatsächlich kommt, angelegt werden. Foto: Uwe Menschner
Etwa hier müsste der neue Haltepunkt Horka-Mitte, wenn er denn tatsächlich kommt, angelegt werden. Foto: Uwe Menschner FOTO: Uwe Menschner
Horka. Auch nach der Wiederinbetriebnahme wird die Zuglinie Hoyerswerda-Görlitz nicht in Horka halten. Abhilfe kann nur ein neuer Haltepunkt schaffen. Von Uwe Menschner

Wenn zum Fahrplanwechsel im Dezember die Freigabe der Niederschlesischen Magistrale zwischen Hoyerswerda und Horka erfolgt, wird sie sich mit einer komplett erneuerten Infrastruktur auch für den Personennahverkehr präsentieren. Die Bahnhöfe Lohsa, Uhyst, Klitten, Mücka und Petershain werden sich dann als zeitgemäße Haltepunkte präsentieren. Die Bahnsteige erhalten moderne Ausstattungen und Beleuchtungen ebenso wie barrierefreie Zugänge.

Im Bahnhof Niesky werden die Bahnsteige komplett neu gebaut: der Hausbahnsteig mit seinem historischen Bahnhofsdach und ein neuer Inselbahnsteig. „Der Inselbahnsteig erhält eine direkte Verbindung mit dem Busbahnhof  durch einen Personentunnel, die dank zweier Aufzüge barrierefrei gestaltet ist“, erklärt Susann Holtorp, Fachreferentin Kommunikation der DB Netz AG in Leipzig.

Viele Wünsche gehen also in Erfüllung – einer jedoch (noch) nicht: dass der Zug auf seinem Weg quer durch den Norden des Landkreises Görlitz auch in Horka Station macht. Dabei setzt sich die Gemeinde Horka bereits seit vielen Jahren für eine solche Möglichkeit ein.

Der vom Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien vorgesehene Bau eines neuen Haltepunktes „Horka-Mitte“ steht derzeit jedoch noch in den Sternen. Fahrgäste, die aus Richtung Weißwasser nach Niesky oder noch weiter nach Westen mit der Bahn fahren wollen, können also auch in naher Zukunft nicht innerhalb von Horka von der einen Strecke zur anderen wechseln – wobei auch dann noch ein Fußweg von circa 600 Metern zwischen den beiden Stationen zu bewältigen wäre –, sondern müssen in Kodersdorf umsteigen oder den Bus nehmen.

Doch woran scheitert der Bau des neuen Haltepunktes? Knackpunkt ist laut Verkehrsplanerin Ilka Hunger vom Zvon die Bahnsteighöhe: „Während entlang der Magistrale die im Osten Deutschlands vorherrschende Höhe von 55 Zentimetern über dem Gleis berücksichtigt wurde, drängt die Bahn mittlerweile auf die bundesweite Durchsetzung eines Standards von 76 Zentimetern.“ Bei den bereits bestehenden Haltepunkten zunächst kein Hindernis, bei der Anlage eines neuen Haltepunktes jedoch eine ganz andere Problematik. „Von der Planung über die Genehmigung durch das Eisenbahnbundesamt bis zur Realisierung ist es ein langer Weg“, so die Verkehrsplanerin. Man müsse mit einer Zeitdauer von „mehreren Jahren“ rechnen.

Die sonstigen Voraussetzungen sind bereits geschaffen: Auf der anderen Straßenseite gibt es seit ein paar Jahren einen Unterstand an der großzügig angelegten Bushaltestelle, die darauf wartet, die vorgesehene Umstiegsfunktion wahrzunehmen. Auch Parkbuchten für P+R-Reisende wurden bereits angelegt und fanden 2014 Erwähnung im Jahresbericht des Landesrechnungshofes. Dieser fand eine Auslastung der neun Stellplätze von „null Prozent“ vor – kein Wunder, wenn es den dazugehörigen Haltepunkt noch gar nicht gibt.