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| 02:45 Uhr

Halbendorfer Campingplätze im Winterschlaf

Winteridylle auf dem Campingplatz. Regelmäßig kontrolliert Lothar Ahr im Erholungsgebiet, ob alles seine Ordnung hat.
Winteridylle auf dem Campingplatz. Regelmäßig kontrolliert Lothar Ahr im Erholungsgebiet, ob alles seine Ordnung hat. FOTO: J. Rehle/jor1
Halbendorf. Einen Besucherrekord konnte der Zweckverband Erholungsgebiet Halbendorfer See für 2016 nicht vermelden. Geschäftsführer Lothar Ahr setzt auf 2017. Eins der Vorhaben ist die Errichtung eines neuen Mobilheimstandortes. Gabi Nitsche

Winteridylle am Halbendorfer See. Bis auf einige Spaziergänger herrscht Ruhe. Dass es auch anders geht, besagen die Zahlen für die letzte Saison. Eigentlich sei diese durchwachsen gewesen, das Badewetter reichte nicht an das von 2015 heran, sagt Lothar Ahr.

Er ist der Geschäftsführer des Zweckverbandes Erholungsgebiet Halbendorfer See und spricht von 16 375 Badegästen und somit rund 8000 Leute weniger als im Vorjahr. "Aber bei den Übernachtungen haben wir den Eindruck, dass Urlaubmachen in Deutschland wieder attraktiver geworden ist", meint der Halbendorfer. Mit über 19 000 Übernachtungen - wohlbemerkt ohne die Dauercamper - seien diese stabil im Vergleich zum Vorjahr. Die durchschnittliche Verweildauer der Urlauber beträgt 3,8 Tage.

Interessant: Ahr & Co schüttelten 4978 ankommenden Gästen vergangenes Jahr die Hand zur Begrüßung. "Und die Gäste kamen nicht nur aus Deutschland", erinnert sich Ahr. Ein Blick in die Statistik gefällig? "Aus den Niederlanden kamen 169 Urlauber zu uns, um sich an unserem schönen See zu erholen." Lothar Ahr schmunzelt und meint: "Die Holländer sind immer mit ihrem Haus hinten dran auf Achse." 145 waren es aus Belgien, der Schweiz, aus Portugal und Italien. Übernachtungen buchten genauso 120 Tschechen und 97 Polen. Die Liste wird rund mit Bulgaren, Irländern, Engländern, Österreichern, US-Amerikanern und Nordlichtern.

"Wir hatten in der Vergangenheit die Befürchtung, viele Camper an den Bärwalder See zu verlieren. Das ist nicht so gekommen. Viele Stammgäste halten uns die Treue", freut sich der See-Chef.

Was mehr als bisher angenommen wird, sei FKK-Camping. Von den rund 19 000 Kurzzeit-Campern bevorzugten über 5300 das freizügige Zelten. "Die Mischung ist erfolgreich, obwohl beide Plätze räumlich getrennt sind, sich also an gegenüberliegenden Ufern befinden. Je nach Vorliebe, kann man bei uns beide Campingformen ausprobieren."

Die Mitarbeiter freut es ebenso, dass die Gäste auch häufig Lob spenden. Für die Sauberkeit, den Service, die schöne Gegend, "obwohl die Einheimischen das ja oft nicht so sehen", so die jahrelange Erfahrung vom Geschäftsführer.

Von Vorteil für Urlaubmachen am Halbendorfer See sei das sehr gut ausgebaute Radwegenetz in der Region. Hier sieht Ahr noch mehr Potenzial, um dafür zu werben. Denn im Urlaub zu radeln, sei ein weitverbreiteter Trend. Nicht zuletzt würden etliche Erholungssuchende eigene Räder mitbringen. Einige Drahtesel hat auch der Zweckverband zum Ausleihen. Viele verbinden den Aufenthalt am See mit dem Besuch des Unesco-Weltkulturerbes Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau und wollen den Unesco Geopark Muskauer Faltenbogen erkunden. "Das sind Namen, die Leute in die Region ziehen." Lothar Ahr hofft, dass sich diese gute Entwicklung in diesem Jahr fortsetzt.

Das trifft auch auf die Wake & Beach-Anlage auf der anderen Seite des Sees zu. "Das funktioniert super, die Anlage ist eine große Bereicherung. Hut ab, André Böhme gibt sich viel Mühe, die Attraktivität immer mehr zu erhöhen", schätzt Lothar Ahr ein.

Wenn sich der Winter verabschiedet und es an die unmittelbare Saisonvorbereitung geht, sind einige Neuerungen vorgesehen. "Wir wollen eine Strandumkleide nach kroatischem Vorbild einrichten." In der spiralförmigen Umkleide können sich mehrere Leute zugleich umziehen, ohne sich gegenseitig zu sehen. Bisher nutzten Badegäste Räume neben dem WC. Laut Ahr war mit der Reinigung der acht Kabinen ein sehr großer Aufwand verbunden. "Ein zu großer", sagt er, und hinzu komme der Vandalismus. Mit der Strandumkleide sei das alles entspannter. Den freiwerdenden Raum könne der Zweckverband für Waschmaschine, Trockner und Kühlschrank für die Camper nutzen.

Zu den 2017er-Vorhaben gehört auch der neue Mobilheimstandort in der Nähe des Empfangsgebäudes. Dafür fließen 34 500 Euro Fördergelder aus dem Leader-Topf der Gebietskulisse Lausitzer Seenland. Die Eigenmittel in Höhe von rund 15 000 Euro bringt der Zweckverband auf. Als erstes werden vier Mobilheime dorthin umgesetzt, die erst in der jüngsten Vergangenheit angeschafft wurden. "Nach und nach kommen sechs neue hinzu - je nach unseren finanziellen Möglichkeiten." Die Mobilheime seien im Sommer sehr gefragt, in den Ferien oft langfristig vorreserviert.

Ob es 2017 erneut ein Motorbootrennen auf dem See gibt, glaubt Lothar Ahr eher nicht. "Denn wir müssten allein das finanzielle Risiko tragen und selbst Veranstalter sein. Das letzte Wort hat hier aber der Zweckverbandsrat."

Am letzten Mai-Wochenende tragen internationale Züchter der Hunderasse Neufundländer den Wettkampf um den Fed-Cup 2017 am hiesigen See aus. 2013 waren sie schon einmal hier und sehr zufrieden.

Wichtig sei nach wie vor die Sicherheit der Badegäste. In den Mitstreitern der DRK-Wasserwacht habe der Zweckverband seit vielen Jahren verlässliche Partner an der Seite. "Gut, dass sie da sind. Auch bei kleinen Sachen, wenn es nur um ein Pflaster für eine Wunde geht oder jemand von einer Wespe gestochen wurde und solche Sachen." Ein zweiter treuer Begleiter sei das Aqua-Team. Die Taucher setzen zu Saisonbeginn die Bojen, holen sie im Herbst wieder heraus, genau wie die Leine, die den Nichtschwimmer-Bereich von dem für die Schwimmer trennt. Sie helfen beim Strand beräumen, setzen die Plattformen im Wasser.

Die schnee- und frostfreie Zeit nach Saisonende haben Lothar Ahr und seine Kollegen genutzt zum Großreine- und Winterfestmachen. Hecken brauchten einen "Kurzhaarschnitt", überall am See musste an Bäumen Totholz rausgeschnitten und geborgen, alte Pappeln gefällt werden. Die Sandstrände auf beiden Seeseiten nehmen sie sich dann im Frühjahr vor. Apropos Mitarbeiter: Neben Lothar Ahr sind das Dirk Siegemund und Silvia Weihrauch sowie Regina Schuster. Zurzeit ist aber Urlaub angesagt und Überstunden abbummeln.

Tagesbesucher zahlen auch 2017 zwei Euro (Erwachsene) oder 1,50 Euro (Kinder 6 bis 14 Jahre). Leicht angehoben wurden die Übernachtungspreise auf den Campingplätzen.

www.halbendorfersee.de

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Zu den Höhepunkten im Sommer gehört das Neptunfest mit seinem bunten Familienangeboten und tausenden Besuchern. FOTO: ni