Auch an den Gebäuden am Badepark soll künftig baulich etwas passieren. „Wir wollen das Thema jetzt ernsthaft angehen“ , so Stiftungsratschef Dr. Wolfgang Voß gestern nach der Ratssitzung. Derweil die Stadtoberen den Bebauungsplan für das Gelände in Auftrag gegeben haben, wurden gestern dem Stiftungsrat erste Entwürfe vorgestellt. „Nun wollen wir eine beschränkte Ausschreibung mit einem Interessenbekundungsverfahren starten“ , lächelt Voß selbst über das Amtsdeutsch. Es bedeutet, das Interessenten konkret angesprochen werden sollen, ob sie sich ein Engagement im Badepark vorstellen können.
Der Grundsatzbeschluss, dass man die Bebauung will, „haben wir mit Kriterien verknüpft“ , so Voß. Oberste Priorität ist die Weltkulturerbe-Verträglichkeit des Vorhabens. Dr. Robert de Jong, Präsident des Internationalen Komitees Historische Gärten und Landschaften der Unesco, war gestern nicht von ungefähr in Bad Muskau. „Wir sind sehr dankbar, dass er da mit draufschaut“ , meinte Voß. Für ihn geht es darum, dass der Badepark eine maßgeschneiderte Lösung mit hoher Qualität braucht, unter dem Motto „Klein, aber fein“ . Dabei soll auch die Thermalsole, die sich ja in kommunaler Hand befindet, zum Einsatz kommen. „Bei unserer nächsten Sitzung im April soll dieses Thema wieder besprochen werden“ , so Voß. Ein Zeitfenster, bis wann dieses Vorhaben umgesetzt sein soll, gibt es nicht. „Es ist ein anspruchsvolles Vorhaben, was Zeit bedarf“ , meinte Voß.
Einiges Wasser wird auch noch die Neiße hinabfließen, bevor die Englische Brücke wieder entsteht. Auf Vorschlag von Jacek Rulewicz, Direktor des Nationalen Zentrums für Denkmalforschung und -dokumentation in Warschau, dem die Verwaltung des polnischen Parkteils obliegt, soll die zweite wichtige und im Krieg zerstörte Brückenverbindung wieder entstehen. Auch dafür hat sich der Stiftungsrat ausgesprochen. Von polnischer Seite aus werden nun die ersten Untersuchungen zum vorhandenen Baubestand getätigt. „In diesem Jahrzehnt gehört unser Hauptaugenmerk aber investitionsseitig dem Neuen Schloss“ , meint Parkleiter Cord Panning zu dem Thema. Außerdem sei es nicht sinnvoll, die Brücke entstehen zu lassen, so lange Polen noch nicht dem Schengener Abkommen beigetreten ist.