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Grundplanung für Eisstadion in Niesky liegt vor

Das derzeit noch völlig offene Nieskyer Eisstadion soll im Zuge der Sanierung ein Dach erhalten.
Das derzeit noch völlig offene Nieskyer Eisstadion soll im Zuge der Sanierung ein Dach erhalten. FOTO: ume1
Niesky. Die Sanierung des Nieskyer Eisstadions könnte bis Ende 2016 abgeschlossen werden. "Dies ist aber ein sehr sportlicher Zeitplan", erklärt der Geschäftsführer der Stadtwerke Niesky GmbH, Holger Ludwig. Uwe Menschner / ume1

Immerhin liegen jetzt die Grundzüge der technischen Planung für die Sanierung des Eisstadions vor, deren Vorstellung in der jüngsten Stadtratssitzung auf der Tagesordnung stand. Demnach soll die Spielfläche mit einem Dach überspannt werden, das in der Schnittansicht wie das Profil eines Walfischs aussieht. "Das Dach sollte möglichst hoch über der Eisfläche stehen. Dies hat einen günstigen Einfluss auf die Bildung von Kondenswasser, die weitestgehend vermieden werden soll", erklärt der für Dach, Fassade und Tragwerk zuständige Fachplaner Claas Schulitz. Im Gegenzug verursache eine größere Höhe keine zusätzlichen Kosten.

Die Bildung von Kondenswasser und Nebel stellt laut Benjamin Bührer vom gleichnamigen Schweizer Planungsbüro, das die Kältetechnik und die technische Gebäudeausrüstung konzipiert, ein Problem dar, das in offenen oder zum Teil offenen Eishallen unvermeidbar ist. Das Nieskyer Stadion bleibt nach der Überdachung auf zwei Seiten offen.

Holz statt Stahl

"Allerdings kann man Maßnahmen treffen, um diese Effekte zu minimieren", so Benjamin Bührer. So empfiehlt er, die Dachkonstruktion aus Holz und nicht aus Stahl auszuführen. "Holz kühlt nicht so schnell aus und kann mehr Wasser aufnehmen, ohne dass es abtropft", begründet er. Auch der Wartungsaufwand hält sich in Grenzen, reagiert Bührer mit dieser Aussage auf Befürchtungen aus den Reihen der Stadträte. "Man muss darauf achten, dass die Konstruktion einer bestimmten Feuchtigkeitsklasse entspricht, dann kommt man zehn Jahre ohne Wartung aus", so der Planer.

"Eiszeit" weiter nur im Winter

Wer geglaubt hat, dass sich die "Eissaison" durch die Überdachung wesentlich verlängern lässt, sieht sich nach der Vorstellung des Projektes im Stadtrat enttäuscht. "Ein paar Wochen mehr kann man möglicherweise herausholen, doch die ,Eiszeit' wird sich auch künftig auf das Winterhalbjahr beschränken", so Stadtwerke-Chef Holger Ludwig. Wolle man die Nutzungsperiode wesentlich verlängern, müsse ein Unterfrierschutz eingebaut werden, der im aktuellen Projekt nicht vorgesehen sei, wie Benjamin Bührer ergänzt. Er empfiehlt den Einbau auch nicht: "Dies würde Hoffnungen wecken, die man letztlich nicht erfüllen kann." Laut Holger Ludwig soll die Eisfläche weiterhin als ein von dort frei zugänglicher Freizeit- und Sportbereich für das benachbarte Freibad dienen.

Den Kern der Planungen bildet die Erneuerung der Kältetechnik, die künftig wesentlich effizienter arbeiten und von der zudem das Freibad profitieren soll: "Derzeit bleibt die Abwärme völlig ungenutzt. Künftig soll sie unter anderem zur Beheizung des Wassers im Freibad dienen", wie Benjamin Bührer betont.

Unverändert bleibt laut Claas Schulitz die Besuchertribüne, die allerdings durch eine Empore als "VIP-Tribüne" ergänzt werden soll. Erweiterungen sind in den Sozial-, Sanitär- und Versorgungsbereichen vorgesehen.

Die detaillierte Kostenplanung war in der Stadtratssitzung nicht Thema. "Da stecken wir noch mittendrin", so Stadtwerke-Chef Holger Ludwig, der den Finanzrahmen mit sechs Millionen Euro absteckt. Im Technischen Ausschuss am 20. April soll dann auch darüber ausführlich informiert und die Vorentwurfsplanung bestätigt werden.