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Oberlausitz
Grünes Licht für Lausche-Plattform

Großschönau. Der höchste Berg der Oberlausitz wird touristisch aufgewertet. Der Sendemast erhält eine weitere Funktion. Hubschrauber muss bei Bauarbeiten eingesetzt werden. Von Uwe Menschner

Dem Bau einer Aussichtsplattform auf dem höchsten Berg der Oberlausitz steht nichts mehr im Weg: Die Gemeinde Großschönau (Landkreis Görlitz) hat sowohl den Fördermittelbescheid als auch die Baugenehmigung für das Vorhaben erhalten. Aus dem Förderprogramm „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ stehen 630 000 Euro, das sind 90 Prozent der Gesamtbausumme, für das touristisch bedeutsame Vorhaben zur Verfügung.

Laut Bürgermeister, Frank Peuker (SPD), wird der bestehende Sendeturm auf dem Gipfelplateau mit einer rechteckigen Stahl-Naturstein-Konstruktion umkleidet, sodass in neun Metern Höhe eine Aussichtsplattform entsteht. Der Bürgermeister erhofft sich davon neue Anreize für den Besucherverkehr im Zittauer Gebirge, das in der Lausche mit 793 Metern über dem Meeresspiegel seinen höchsten Punkt erreicht. Neben der Umkleidung des Mastes sind weitere Veränderungen auf dem Lausche-Plateau geplant: So sollen das Technikgebäude abgerissen und eine Schutzhütte für Wanderer errichtet werden.

Um das Vorhaben realisieren zu können, waren eine Menge Vorarbeiten zu leisten. So gab es Bedenken, ob der Bau von Aussichtsplattform und Schutzhütte mit dem 2010 in Kraft getretenen Bundesnaturschutzgesetz vereinbar sind. Landrat Bernd Lange (CDU) hatte 2015 dazu erklärt: „Vorrangiges Ziel ist es, die Natur zu bewahren. Wir haben aber auch nichts gegen Schutzhütte und Aussichtsturm auf dem Lauschegipfel einzuwenden.“

Die Lausche war das dritte Naturschutzgebiet im Landkreis Görlitz, das nach den neuen gesetzlichen Vorgaben bewertet wurde. Die Gemeinde Großschönau hatte in einem Ideenwettbewerb den Entwurf ermittelt, der in Zusammenarbeit mit der Deutschen Funkturm GmbH in diesem Jahr verwirklicht werden soll.

 Der Bau selbst dürfte sich aufgrund der Gegebenheiten im Naturschutzgebiet als eine besondere Herausforderung gestalten, da beispielsweise der Einsatz schwerer Technik nicht infrage kommt. Stattdessen soll der An- und Abtransport von Material per Hubschrauber aus der Luft erfolgen. Eine weitere Voraussetzung für die Genehmigung bildete der Abschluss eines Erbbaurechtsvertrags zwischen der Gemeinde Großschönau und der Stadt Zittau als Eigentümerin des Gipfelareals.

Die Lausche spielt als höchster Berg des Zittauer Gebirges und der gesamten Oberlausitz schon seit jeher eine besondere Rolle für den Tourismus in der Region. In den Jahren von 1823 bis 1946 hatte es eine Baude auf dem Lauschegipfel gegeben, durch die die sächsisch-böhmische Grenze mitten hindurchführte. Sie fiel 1946 einem Brand zum Opfer und wurde nie wieder aufgebaut. Auch heute verläuft die deutsch-tschechische Staatsgrenze quer über das Gipfelplateau.