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| 17:13 Uhr

Sauberkeit und Ordnung
Grünanlagen als Klo missbraucht

Dieser Bereich unterhalb des Boulevards wird von einigen Mitmenschen als Klo missbraucht.
Dieser Bereich unterhalb des Boulevards wird von einigen Mitmenschen als Klo missbraucht. FOTO: Gabi Nitsche
Weißwasser. Sie wissen sich keinen anderen Rat mehr. Deswegen sperren sie den Bereich zwischen alter Glasfachschule und Boulevard mit einem Zaun ab. So will das Team vom Wirtschaftshof verhindern, dass Leute hier weiter ihre Notdurft verrichten.

Jetzt haben die Mitarbeiter vom Wirtschaftshof die Nase voll. Denn ihnen stinkt’s gewaltig. Unter den dichten Rhododendron-Büschen unterhalb des Boulevards in Weißwasser häufen sich Tretminen. Und die sind nicht nur von Vier-, sondern überwiegend von Zweibeinern. „Das kann man keinem mehr zumuten und schon gar nicht meinen Kolleginnen und den Mitarbeitern von der Lebenshilfe-Werkstatt, die hier regelmäßig den Mist der anderen wegräumen und die Grünanlagen pflegen“,  sagt Dirk Zimmer und macht sich Luft: „Erst sitzen die Leute am Springbrunnen, hauen sich die Rübe voll und dann verrichten sie ihre Notdurft hier. Das geht gar nicht.“
Der neue Bauhof-Leiter Dirk Zimmer und Referatsleiter Gerd Preußing sind sich einig dem nun ein Ende zu setzen. „Wir stellen einen zwei Meter hohen Zaun auf von der Mauer bis zum Durchgang zur Rosa-Luxemburg-Straße“, sagt Zimmer. Denn in dem Bereich befindet sich auch ein Schaltanlagenschrank. „Da müssen die Elektriker öfter mal rein, und jedes Mal müssen sie höllisch aufpassen, weil hier alles vollgeschissen ist.“ Preußing, Zimmer und die Mitarbeiterinnen vom Bauhof Andrea Schreiber sowie Cornelia Broda sind wütend über solche Leute, die öffentliche Anlagen als Klo missbrauchen. „Und als Mülleimer“, zeigt Andrea Schreiber auf Unrat unter den Pflanzen. „Im Februar haben wir hier erst einen Multicar voll Mist rausgeholt und weggefahren, und nun ist schon wieder alles voll“, so Cornelia Broda.
Die vier ärgert es, wenn es oft heißt, sie würden Dreckecken wie diese nicht schnell genug in Ordnung bringen. „Nee, andersherum wird ein Schuh draus, denn wir machen den Müll nicht“, sagt Gerd Preußing und fügt hinzu: „Solche Bemerkungen sind sehr demotivierend ... Jeder sollte sich an die eigene Nase fassen. Papier, Taschentücher oder anderen Müll fallen zu lassen,  sei überhaupt nicht notwendig. „Etwa 250 Papierkörbe haben wir in Weißwasser, die auch regelmäßig geleert werden.“
Gleiches treffe auf die Hundehaufen zu. Es gibt viele Hundebesitzer, die die Haufen ihrer vierbeinigen Lieblinge gleich wieder einsammeln und in den nächsten Papierkorb werfen. Das sei ausdrücklich erlaubt. Dirk Zimmer verweist außerdem auf 15 Tütenspender im Stadtgebiet. „Die stehen unmittelbar an Papierkörben.“ Aber leider ist nicht jeder Tier- auch ein Naturfreund. Dass manchen Leuten anscheinend gar nichts mehr zu blöd ist, weiß er vom Friedhofsteam. „Selbst hinter so manchen Grabstein finden unsere Leute einen Haufen, der dann weggeräumt wird“, berichtet Gerd Preußing kopfschüttelnd.  Und hat dem sogar noch eins draufzusetzen: „Wir finden immer wieder Tüten mit Hundekot, die auf Bäume oder hohe Büsche geschmissen wurden.“

Andrea Schreiber hat die Nase voll von den Verunreinigungen.
Andrea Schreiber hat die Nase voll von den Verunreinigungen. FOTO: Gabi Nitsche
Tretminen wie diese finden sich in dem gesamten Bereich.
Tretminen wie diese finden sich in dem gesamten Bereich. FOTO: Gabi Nitsche