Die Weißwasseraner haben scheinbar Lust auf gut aufbereitete Geschichtsthemen. Die aktuelle Sonderschau „Steinschläger. Pechkocher. Herzensbrecher – 14 000 Jahre Fundgeschichten im Lausitzer Tagebaurevier” ist dafür ein gutes Beispiel. So kann Christine Lehmann vom Glasmuseum Weißwasser verkünden, dass die Sonderausstellung zur Tagebauarchäologie aufgrund des großen Besucherzuspruchs bis zum 10. Mai verlängert wurde.

Knapp 600 Besucher haben die Sonderschau schon gesehen

So verzeichnete das Museum im Februar 2020 knapp 600 Besucher in der Sonderschau und den begleitenden Vorträgen. Das Museum dankt auf diesem Wege nochmals dem Landesamt für Archäologie Sachsen, das die Ausstellung konzipiert und produziert hat und der Landesstelle für Museumswesen Sachsen, deren großzügige Förderung die Ausstellung erst möglich machte.

Wie Christine Lehmann weiterhin informiert, gibt es am Mittwoch, 11. März, um 17 Uhr die Möglichkeit einer Führung durch die Ausstellung. Die Kuratorin Dr. Cornelia Rupp (Landesamt für Archäologie Sachsen) wird diese selbst durchführen.

Am Donnerstag, 12. März, um 18 Uhr spricht Sabrina Herrmann vom Landesamt für Archäologie Sachsen/Dienststelle Weißwasser zum Thema „Germanische Tuchherstellung und Eisenproduktion vor 1800 Jahren“. Das heißt, im Tagebau Nochten wurden in den letzten drei Jahren durch das Landesamt für Archäologie mehrere Fundplätze aus der Römischen Kaiserzeit mit Nachweisen von Eisenverhüttung ausgegraben.

Vortrag in der Stadtbibliothek Weißwasser zu den Grabungen

Am Rande der Trebendorfer Hochfläche konnten dabei neben den typischen Rennöfen, in denen das Raseneisen verhüttet wurde, zum ersten Mal auch Siedlungsspuren in Form von Grubenhäusern und Speicherbauten aus der Zeit vom 1. bis 3. Jahrhundert dokumentiert werden.

„Funde von Spinnwirteln und Webgewichten in den Häusern sind dabei Hinweise, dass vor Ort auch Tuch hergestellt wurde. Im Vortrag sollen vor allem die Ergebnisse der Grabungen aus den vergangenen beiden Jahren vorgestellt sowie ein Überblick über die abwechslungsreiche Arbeit der Archäologen gegeben werden“, so Sabrina Herrmann. Der Vortrag, der im Lesesaal der Stadtbibliothek Weißwasser stattfindet, ist eintrittfrei.