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Großer Brand, neue Bahn, offene Grenze

Weißwasser. 2017 jährt sich Luthers Thesenanschlag an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg zum 500. Mal. Vor 100 Jahren rissen mit der Oktoberrevolution in Russland erstmals die Kommunisten die Macht an sich. Und vor 60 Jahren schoss die Sowjetunion den ersten Sputnik ins Weltall. amz1

Nicht nur in der großen Weltgeschichte stehen zahlreiche Jubiläen an, sondern auch in der Region Weißwasser. Beispielsweise sind bereits 150 Jahre ins Land gegangen, dass die Berlin-Görlitzer-Bahn komplett in Betrieb ging. Der Abschnitt von Cottbus nach Görlitz wurde am Silvestertag 1867 dem Verkehr übergeben. Die insgesamt gut 200 Kilometer lange Strecke von der Reichshauptstadt nach Schlesien brachte Weißwasser, Rietschen und weiteren Orten entlang des Gleises einen großen wirtschaftlichen Aufschwung. Schließlich konnten die Produkte aus der Ton-, Holz- und insbesondere Glas- sowie Braunkohleindustrie nun unkompliziert einem wesentlich größeren Markt zugeführt werden. Allerdings ist die Trasse zwischen Cottbus und Görlitz bis heute nur eingleisig und nicht elektrifiziert. Vor 145 Jahren, nämlich zu Silvester 1872, ging auch die Zweigstrecke von Weißwasser nach Muskau in Betrieb.

Am 8. Juni steht für Weißwasser ein kleines Jubiläum an. Denn an jenem Tag jährt sich die urkundliche Ersterwähnung des Ortes zum 465. Mal. Auf diesen Termin ist ein Besitzverzeichnis der Muskauer Standesherrschaft datiert. 45 Jahre sind ins Land gegangen, als das desolate Jagdschloss Weißwasser im Tiergarten abgebrochen wurde. Später erinnerte ein Gedenkstein an das wahrscheinlich Mitte des 17. Jahrhunderts von den Callenbergs errichtete Ensemble. Inzwischen hat der Tagebau Nochten diese Fläche, wie auch den gesamten Tiergarten, in Anspruch genommen. Der Gedenkstein wurde indes umgesetzt.

Viele Weißwasseraner, aber auch Mühlroser, werden sich noch mit Schaudern an den großen Waldbrand von 1992 erinnern. Im Mai/Juni vor einem Vierteljahrhundert wurden mehr als 1000 Hektar Wald ein Opfer der Flammen.

Vor 65 Jahren, genauer gesagt im Juli 1952, wurde Weißwasser Kreisstadt des neuen gleichnamigen Kreises. Dabei war dem Ort erst 17 Jahre zuvor das Stadtrecht zuteilgeworden. Ursprünglich bildete die Region um Weißwasser den Nordteil des Kreises Rothenburg (Oberlausitz). Den Kreissitz verlor die Glasmacherstadt im Jahr 1994 an Niesky im neuen Niederschlesischen Oberlausitzkreis. Seit 2008 ist nun Görlitz die für Weißwasser und Niesky zuständige Kreisstadt. Immerhin: Am 1. April 2017 sind es auf den Tag genau 20 Jahre her, dass Weißwasser den Status als Große Kreisstadt erhielt. So wird sie bis heute von einem Oberbürgermeister regiert.

Vor nunmehr 565 Jahren bekam Muskau das Stadtrecht. Vor 25 Jahren, am 1. Januar 1992, gab es einen Eigentümerwechsel bezüglich Schloss und Park. Das Ensemble gehörte fortan nicht mehr der Stadt, sondern dem Freistaat Sachsen. Im gleichen Jahr, konkret am 30. Mai 1992, dampfte die Waldeisenbahn erstmals wieder zwischen Weißwasser und Kromlau für die Ausflügler. Vor 65 Jahren wurde Köbeln nach Muskau eingemeindet. 45 Jahre ist es her, dass der Grenzübergang Bad Muskau geöffnet wurde.

Vor 45 Jahren wurde das große Freischwimmbad in Krauschwitz eröffnet. Heute befindet sich dort die Erlebniswelt Krauschwitz. 20 Jahre ist es her, dass die Sagarer ihr neues Feuerwehrdepot einweihten.

745 Jahre sind seit der ersten urkundlichen Erwähnung von Schleife ins Land gegangen. Vor genau einem Vierteljahrhundert erfolgte die Gründung der Verwaltungsgemeinschaft Boxberg, zunächst mit den Orten Boxberg und Kringelsdorf. Vor zehn Jahren schlossen sich die Gemeinden Boxberg und Uhyst zusammen. Seit dem Jahr 1997 können Autofahrer in Boxberg tanken. Ebenfalls vor zwei Jahrzehnten ging der Radweg von Boxberg nach Nochten in Betrieb. Zum Jahresende 1997 wurde auch die Spreestraße von Boxberg nach Neustadt vollendet, die die beiden Industriekomplexe Boxberg und Schwarze Pumpe verbinden soll. Im Oktober 2017 jährt sich die feierliche Einweihung des Landschaftsbauwerkes Ohr am Bärwalder See zum zehnten Mal. Und vor 25 Jahren wurde der Tagebau Bärwalde vorzeitig stillgelegt. Fünf Jahre ist es her, dass der letzte der vier 300-Meter-Schornsteine des Kraftwerkes Boxberg gesprengt wurde.

Vor 655 Jahren wurde Rietschen erstmals urkundlich erwähnt. 110 Jahre ist es her, als die Ton- und Bergbaugesellschaft Teicha gegründet wurde. Die Geburtsstunde der heutigen Gemeinde Rietschen schlug am 15. März 1992.

Vor 55 Jahren musste das Heidedorf Tränke für den Truppenübungsplatz der NVA geräumt werden. 110 Einwohner wurden umgesiedelt.