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Film
Großer Auftritt für die Rakotzbrücke

Pauline Rénevier und Max Schimmelpfenning spielen die Hauptrollen im Film „Der Zauberlehrling“.
Pauline Rénevier und Max Schimmelpfenning spielen die Hauptrollen im Film „Der Zauberlehrling“. FOTO: Regina Weiß / LR
Görlitz. Für den Film „Der Zauberlehrling“ spielen Görlitz, Bad Muskau und Kromlau sehr gut zusammen.

Wie sollte man das Tor der Hüterin bauen? Wie diesen Übergang in die Parallelwelt gestalten? Darüber hat sich Regisseur Frank Stoye den Kopf zerbrochen, als er das erste Mal das Drehbuch vom „Zauberlehrling“ gelesen hat. „Dabei stand es doch schon lange fertig da“, so der Regisseur im Gespräch mit der RUNDSCHAU. Die Rede ist von der Rakotzbrücke im Kromlauer Park. Sie hat ihren großen Auftritt in der ersten MDR-ZDF-Koproduktion. „Der Zauberlehrling“ hat am Donnerstag im voll besetzten Görlitzer Filmpalast seine Uraufführung. Eine gelungene, wie der Beifall beweist.

Der Gablenzer Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) strahlt schon vor Filmbeginn. Denn neben dem Eingang zum Kinosaal steht ein großes Plakat mit einem der Gänsehautmomente des Märchens. Valentin und Katrina rudern im Boot auf die von Nebeln umhüllte Rakotzbrücke – das Tor der Hüterin – zu. „Das ist doch ein Traum“, so Noack mit Blick auf die Szene. Das 160 Jahre alte Bauwerk aus dem Kromlauer Park spielt erstmals eine Rolle im Film. „Mal sehen, ob nun auch Hollywood anklopft“, scherzt Noack.

Pauline Rénevier und Max Schimmelfpennig – sie spielen Katrina und Valentin – können sich noch gut an die Szenen im Kromlauer Park erinnern, die im Frühjahr entstanden. Sie kommen regelrecht ins Schwärmen. „Toll, dass wir solche Orte während der Arbeiten kennenlernen können“, so die 19-Jährige. Beim Rakotz fällt ihr nur ein Satz ein: „Das ist doch wie für den Film gemacht.“

Das sind neben Kromlau auch das Muskauer Neue Schloss und die Altstadt von Görlitz. Alle drei Orte schmelzen zusammen. Es ist eben magisch, wie alles in Szene gesetzt wird. Da wird der Richterstuhl im Kromlauer Park zum Platz für die Hüterin (Dennenesch Zoudè). Königin Anna (Sandra Borgmann) residiert im Rittersaal in Bad Muskau, und die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften in Görlitz gehört zum Haus von Zaubermeister Ambrosius (Christoph Bach). Film kann vieles, wie sich zeigt. So scheint der Rakotzsee viel größer. Kein Wunder, wenn die Schauspieler am Hechtteich in Kromlau ihre Kahnfahrt beginnen und an der Treppe am Rakotz aussteigen. Für die kleine sechsköpfige Gablenzer Delegation bei der Premiere faszinierende Effekte.

Der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege (CDU) kennt das bereits aus so mancher „Görliwood“-Produktion: „Beim ersten Mal konzentriert man sich auf die Orte, die man kennt, beim zweiten Mal auf die Handlung.“ Dazu haben alle im Kinosaal Gelegenheit. „Der Zauberlehrling“ ist das Weihnachtsmärchen im ZDF. Es ist am 24. Dezember um 16.30 Uhr zu sehen. Im Frühjahr 2018 kommt der Film im MDR. Dann können alle miterleben, wie der arme Valentin sein Glück in der Stadt finden will. Zufällig sucht der Zaubermeister des Landes einen Lehrling, und Valentin ist sich ganz sicher, dass er für die Stelle bei Ambrosius genau der richtige ist. Doch bei der Prüfung versalzt ihm die clevere Mitbewerberin Katrina die Suppe. Notgedrungen kommt er in der Apotheke von Altmeister Zacharias unter. Der hat aber jeglicher Zauberkunst abgeschworen...

Das Märchen, an dessen Drehbuch ein Jahr lang gearbeitet wurde, hat auch den Regisseur ein Jahr lang beschäftigt. „Ich möchte mich bei Görlitz, Bad Muskau und Gablenz bedanken, dass sie den Wanderzirkus mit uns ausgehalten haben“, so Frank Stoye. Vor fünf Wochen ist der Film fertig geworden, und nun sei er schon ein bisschen traurig, den „Zauberlehrling“ loslassen zu müssen. Aber der hat jetzt eine Mission, er soll Jung und Alt begeistern.

Der Tross bei den Dreharbeiten vom Zauberlehrling im Kromlauer Park im Frühjahr dieses Jahres.
Der Tross bei den Dreharbeiten vom Zauberlehrling im Kromlauer Park im Frühjahr dieses Jahres. FOTO: Christian Köhler / LR