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| 18:26 Uhr

Groß Düben
Groß Dübener beklagen Party-Lärm

Groß Düben. Immer wieder werden mehrere Groß Dübener aus dem Schlaf gerissen. Ursache bildet extrem laute Musik privater Feiern. Von Torsten Richter-Zippack

Manche Sommernacht ist für die Bungalowbesitzer am Groß Dübener Waldsee kaum zum Aushalten. Extrem laute Musik bis in die Morgenstunden raubt ihnen den Schlaf. Das Problem hat Rolf Aßmann, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Bungalow-Siedlung am Waldsee, jetzt im Gemeinderat zur Sprache gebracht. „Diesen Sommer war es besonders heftig“, berichtet Aßmann, der insgesamt 34 Mitglieder vertritt. „30. Geburtstage, ein Polterabend und weitere Partys haben uns den letzten Nerv geraubt“, fasst er seine Beobachtungen zusammen.

Lärmquelle sei neben dem Festgelände am Waldsee insbesondere der Festplatz am Groß Dübener Schützenhaus. Wenn der Wind entsprechend steht, werden die Geräusche fast ungebremst zur Bungalowsiedlung hinüber getragen. „So könnten wir jedes Lied mitsingen“, sagt Rolf Aßmann. Dabei gehe es ausschließlich um private Feiern, die ausufern. Der Protagonist wisse von Groß Dübener Familien, deren Kinder durch den Krach aus dem Bett geholt wurden. „Wir haben nichts gegen Feiern. Aber irgendwann hört der Spaß auf“, lautet sein Kommentar. Denn vonseiten der Feiernden werde keinerlei Rücksicht auf die Anwohner genommen. Daher sei es an der Zeit, entsprechende Grenzen zu schaffen. Nach Angaben von Bürgermeister Helmut Krautz waren in diesem Jahr am Waldsee acht Veranstaltungen angemeldet. Mit der Anmeldung werde immer eine Gebühr bei der Gemeinde fällig. Gemeinderat und Gastwirt René Köppen bestätigt, dass es im vergangenen Sommer tatsächlich extrem viele private Feiern im Ort gegeben habe. Darüber hinaus sei auch die Musik von Partys im benachbarten Hal­bendorf bis nach Groß Düben hörbar gewesen.

Rätin Ires Fercho merkt hingegen an, dass sie zwar lediglich 400 Meter vom Waldsee entfernt wohnt, aber von lauter nächtlicher Musik so gut wie gar nichts mitbekomme. Harald Rösch, ebenfalls Abgeordneter, hat gegen die Partys nichts einzuwenden. „Auf dem Festplatz können die Leute feiern, wie sie wollen. Ich habe nicht einmal gehört, dass von der Musik ein Kind wach geworden sein soll.“ René Köppen fordert, dass bei einer Vermietung des Festplatzes an Private festgehalten werden sollte, dass ab einer bestimmten Zeit, beispielsweise 2 Uhr, Ruhe zu herrschen habe. Das sei bereits ein Kompromiss, denn laut der Polizeisatzung habe bereits ab 22 Uhr die Musik Zimmerlautstärke nicht mehr zu überschreiten. Der Gastwirt berichtet von mehreren Anzeigen gegen sein Lokal aufgrund von Lärmbelästigung. „Da gibt es ganz sensible Mitbürger“, sagt Köppen.

Rolf Aßmann spricht sich für eine einvernehmliche Lösung aus. „Ich möchte darauf hinweisen, dass der Waldsee ein Erholungsgebiet ist. Und Erholung bedeutet auch Ruhe.“ Indes will sich Bürgermeister Helmut Krautz intensiv mit der Groß Dübener Polizeisatzung beschäftigen. Anschließend könne dann gesagt werden, welche Maßnahmen rechtlich möglich seien.