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| 02:47 Uhr

Grenzbrücke für Autofahrer ab Montag passé

Wo die Autofahrer jetzt per Ampel über die Grenzbrücke geführt werden, geht ab Montag nichts mehr. Die Bauarbeiter haben dann hier Vorfahrt, um die Anbindung an den Grenzvorplatz zu erneuern.
Wo die Autofahrer jetzt per Ampel über die Grenzbrücke geführt werden, geht ab Montag nichts mehr. Die Bauarbeiter haben dann hier Vorfahrt, um die Anbindung an den Grenzvorplatz zu erneuern. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Wer ab Montag in Bad Muskaus Partnerstadt Leknica will, muss entweder einen größeren Umweg in Kauf nehmen oder sein Auto stehen lassen. Grund dafür ist der Baufortschritt am Grenzvorplatzbau. Regina Weiß

Vom 4. April bis voraussichtlich 13. Mai ist die Grenzbrücke zwischen Bad Muskau und Leknica für den Fahrzeugverkehr voll gesperrt. Bad Muskau hat diese Info in den letzten Tagen an die Medien auf deutscher Seite und nach Polen gegeben. Das in der Hoffnung, möglichst viele Tanktouristen und Polenmarkt-Fahrer zu erreichen. Diese müssen in den sechs Wochen die Grenzbrücke im Nachbarort Krauschwitz nutzen. Eine großräumige Umleitungsbeschilderung auf allen Zuwegungen soll die Autofahrer dorthin führen.

Fußgänger können die Brücke in dieser Bauphase am Grenzvorplatz trotzdem nutzen, kündigte Bürgermeister Andreas Bänder (CDU) an.

Auch die Zuwegung zum Park bleibe in dieser Zeit gewährleistet. Allerdings werde dieser über den Gehsteig geführt und sei nur einspurig möglich. Deshalb wird die Ampelanlage, die seit Ende Februar den Verkehr auf der Ortsdurchfahrt sowie über die Brücke und in den Park geregelt hat, weiter in Betrieb bleiben. "Sonst kommt ja niemand aus der Parkzufahrt raus", erklärt Hauptamtsleiter Dirk Eidtner. Er geht davon aus, dass so mancher Autofahrer bei Ignoranz aller Schilder und Hinweise tatsächlich in der Parkzufahrt landen wird und dort erst feststellt, dass er umkehren muss.

Busse können die Zufahrt zum Park die nächsten sechs Wochen nicht nutzen. Das ist ein Vorgeschmack für die Stiftung, wenn in einem der letzten Bauabschnitte die noch holprige Zufahrt neu gestaltet wird. Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau, ging jüngst beim Gastgeberstammtisch der Bad Muskau-Touristik von Problemen aus. "Es wird Chaos geben", war er sich sicher. Dafür habe man am Ende der Bauzeit aber ein Ergebnis, das sich sehen lassen könne und das endlich einem ordentlichen Parkeingang gerecht werde.

Doch bis zum Jahresende fließt noch allerhand Wasser die Neiße herunter. Bis dahin muss auf der Baustelle am Grenzvorplatz auch das Problem mit dem Unterbau geklärt werden. Bänder deutete an, dass die Planer bei den Bauberatungen nicht immer vor Ort seien. "So kostet es eben mehr Zeit und Nerven", konstatierte das Stadtoberhaupt. Stadtrat Thomas Baum (SPD) wollte das auf keinen Fall so stehen lassen. Er forderte die Stadt auf, mehr Druck aufzubauen. Der Stadtrat befürchtet Mehrkosten bei diesem umfangreichen Bauprojekt. "Das ist noch nicht absehbar. Es gibt derzeit zwei Varianten, wie die Bodenverbesserung möglich ist. Eine Entscheidung dazu ist noch nicht gefallen", so Bänder.

Schon damals, als der Bund den Grenzplatz umgestaltet habe, müsse es ein Bodengutachten gegeben haben. "Auf das hätten die Planer zurückgreifen können. Wenn es um Mehrkosten geht, dann sollte die Stadt prüfen, ob dem Planer nicht eine Mitschuld anzulasten ist", forderte Baum.

Der Platzbau wird erst durch das Bundesprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus" möglich. 1,5 Millionen Euro wurden Bad Muskau zur Verfügung gestellt. Der Grenzvorplatz wird auf einer Fläche von 8200 Quadratmetern neu gestaltet. Die Brückensperrung macht sich nun notwendig, weil die Anbindung rückgebaut wird, um dann die Fahrbahn neu zu pflastern.