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| 17:29 Uhr

Kolumne Wort zum Sonntag
Grauer November

Das Wetter hat sich eingetrübt. Laub fällt welk ins feuchte Gras. Zugige Luft lässt frösteln. Jetzt wird es zeitig dunkel und alles fällt in diffuses Grau. Das Jahr neigt sich nun dem Ende entgegen, und mancher fragt sich schon, was hat es uns gebracht? Gleichgültigkeit macht sich breit und Resignation – oder kommt da noch was?

November-Blues nennt sich neudeutsch diese depressive Stimmung, die sich bei manchen, ausgelöst durch Kältereize und Lichtmangel, breitmacht. Ratgeber mit ihren wohlgemeinten Tipps dagegen, beschwören diese Niedergeschlagenheit vielleicht erst herauf und über seine eigene kleine Depression zu reden ist ja auch irgendwie chic.

Nein, ich verfalle nicht in den November-Blues und halte die grauen Gedanken von mir fern und suche das, was Freude macht und mir gut tut, denn ich weiß, ich bin getragen von Gott. Der Apostel Paulus ruft es uns zu: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“ (Römerbrief 12,11)

Das, was Paulus für ein gutes Miteinander in einer Gemeinschaft empfiehlt, das hilft mir auch im Umgang mit den grauen Gedanken: Suche das Gute, sorge dafür, dass es dir gut geht. Und wenn es dir gut geht, dann kann es auch für die anderen besser werden.

Der November mag grau sein, kalt, feucht und dunkel. Ich setze die Farben des Lebens dagegen, leuchtende bunte Farben: Die warmen Farben einer Begegnung mit anderen Menschen. Die strahlend hellen Farben der Freude über ein Geschenk, das ich bekomme oder einem anderen mache. Die bunte Freude in den kleinen Glücksmomenten des Alltags. Das klare Licht des Trostes, wenn ich für andere da bin.

Grauer November? – Der November ist bunt!