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Gottesanbeterinnen sind weiterhin heimisch

Keine Scheu vor Menschen - die Gottesanbeterin macht Zwischenstation auf der Schulter bei einer Exkursion in der Bergbaufolgelandschaft.
Keine Scheu vor Menschen - die Gottesanbeterin macht Zwischenstation auf der Schulter bei einer Exkursion in der Bergbaufolgelandschaft. FOTO: rw
Nochten. Zehn Jahre ist es mittlerweile her, dass eine Population von Gottesanbeterinnen in der Bergbaufolgelandschaft zwischen Weißwasser und Nochten festgestellt worden ist. Das Insekt, das seinen ursprüngliches Vorkommen in Afrika hat, ist auch noch ein Jahrzehnt später in der Region heimisch. rw

Das bestätigt Diplom-Biologe Thomas Lübcke vom Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz der RUNDSCHAU.

Am Sonntag hat er sich mit interessierten Bürgern auf Spurensuche begeben. "Wir waren 25 Teilnehmer. Die Exkursion war sehr gut besucht", sagte der Fachmann im Gespräch mit der Heimatzeitung. Und die Tour war auch insofern von Erfolg gekrönt, weil vor Ort Tiere ausfindig gemacht werden konnten. Darunter befand sich auch ein Jungtier. Allerdings scheint sich auch in der Bergbaufolgelandschaft der Lebensraum des Insekts verschoben zu haben. Dort, wo der Kiefernwald gewachsen ist, sind die Tiere weggezogen. "Sie lieben die offenen Graslandschaften mit Stauden und Ginster. Dort sind sie anzutreffen", so Thomas Lübcke. Auch wenn es jetzt zehn Jahre her ist, seit die erste Population festgestellt wurde, gibt es keine Aussagen zur Größe derselben und der Anzahl der Tiere. Wissenschaftler und Interessierte schauen lediglich einmal im Jahr vorbei.

Noch immer ist nicht klar, wie die Wärme liebenden Tiere in die Lausitz gekommen sind. "Sie können über Baugeräte, über den Güterverkehr mit hierher gebracht worden sein", so Lübcke.

Als vor zehn Jahren der Fund wissenschaftlich bestätigt wurde, sprachen die Fachleute von einer Sensation. Ins Rollen gebracht hatte das Ganze der Bad Muskauer Ulrich Fohl, der bei einer Radtour eines der Tierchen auf dem Asphalt hatte sitzen sehen und im Bild festgehalten hatte. Die LR informierte damals die Görlitzer.

Gottesanbeterinnen sind übrigens auch im Lebendtierbereich des Görlitzer Senckenberg Museums zu erleben. Besonders aktiv sind sie während der an jedem ersten Donnerstag im Monat stattfindenden Schaufütterungen. Diese beginnen um 16 Uhr.