ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:03 Uhr

Gottes Barmherzigkeit

„Barmherzigkeit und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.“ Diese Worte des 103. Psalms fassen die Glaubensaussage und die Glaubenszuversicht vieler Generationen zusammen. Von pfarrer ulrich hutter-wohlandt

Doch es ist nicht nur eine Aussage, die Menschen im alten Bund gemacht haben, sondern sie trifft auch heute viele Menschen, die inverschiedenen Lebenssituationen etwas von der Barmherzigkeit Gottes erfahren haben.
Barmherzigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang Gottes unerschöpfliche, helfende, heilende und mitleidende Liebe. Und jeder wird sich selbst fragen: Wo habe ich diese Hilfe Gottes bei mir persönlich erlebt„ Wo hat Gott mir ganz persönlich Kraft gegeben, mich getragen und getröstet“
Ich erlebe immer wieder Menschen, die fragen, wo ist denn Gott bei meiner Krankheit oder bei meiner Arbeitslosigkeit?
Oft fehlt diesen Menschen die Hoffnung für die Zukunft, die Hoffnung auf Gottes Eingreifen und Hilfe. Der Psalmanbeter hat für sich erfahren was es heißt, Gott in allen Lebenslagen zu vertrauen, weil Gott ein barmherziger Gott ist.
Das Psalmwort spricht ferner von dem gnädigen Gott, der den Menschen immer wieder die Sünden vergibt. „Gnädig“ bedeutet nach dem Alten Testament, dass Gott sich zu uns neigt, sich gering macht, zu uns kommt und all das, was uns bewegt, ernst nimmt. Gott will und wird dem Menschen seine Sünden vergeben, weil er ein gnädiger Gott ist.
Gott ist schließlich geduldig. Für ihn gibt es keine hoffnungslosen Fälle, keine abgeschriebenen Menschen, die nicht mitziehen, so wie es die Medien gerne haben wollen - jung, dynamisch, aktiv. Die Alten, die Einsamen, die Kranken oder die Arbeitslosen bleiben in unserer Gesellschaft zumeist auf der Strecke. Sie haben in der Medien- und Leistungsgesellschaft des 21. Jahrhunderts kaum eine Chance. Bei Gott ist das anders: Er nimmt jeden Menschen an, richtet ihn auf und gibt ihm wieder eine Chance. Am Schluss dieses Psalmwortes ist von der Güte Gottes die Rede, die sich nicht nur in unserem persönlichen Leben zeigt, sondern auch im Leben unserer Gemeinden - wenn sich zum Beispiel Ehrenamtliche finden, die Woche für Woche Aufgaben übernehmen.
Weil wir diese Güte Gottes immer wieder erfahren dürfen, können wir einstimmen in das Bekenntnis des alten Bundes, das ein Bekenntnis der Freude ist: „Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte.“
Ich wünsche Ihnen eine gute und behütete Woche und einen guten Start in die Sommerferien.