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Ausstellung
Görlitzer Museum erinnert an „Sonderzüge in den Tod“

Die erste Station der Wanderausstellung "Sonderzüge in den Tod" war in der Halle des Potsdamer Bahnhofs in Berlin 2008. In den nächsten Monaten wird sich im Schlesischen Museum zu Görlitz präsentiert.
Die erste Station der Wanderausstellung "Sonderzüge in den Tod" war in der Halle des Potsdamer Bahnhofs in Berlin 2008. In den nächsten Monaten wird sich im Schlesischen Museum zu Görlitz präsentiert. FOTO: Reiche/Deutsche Bahn / Hartmut Reiche
Görlitz. Historikerin Pietsch: Die Ausstellung „Achtung Zug!“ wird um ein „wichtiges, unumgehbares Kapitel“ ergänzt – die Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn.

Bereits in 44 Städten ist die Wanderausstellung „Sonderzüge in den Tod. Die Deportation mit der Deutschen Reichsbahn“ zu sehen gewesen. Nun kommt sie nach Görlitz. Dort wird sie im Schlesischen Museum vom 3. Februar bis zum 1. Mai präsentiert.

Zur Ausstellungseröffnung am Freitag, 2. Februar, 19 Uhr, sprechen Dr. Susanne Kill, Konzerngeschichte/Historische Sammlung der Deutschen Bahn AG, und Museumsdirektor Dr. Markus Bauer.

In dem Projekt „Sonderzüge in den Tod“ setzte sich die Deutsche Bahn AG mit der Geschichte ihrer Vorläuferorganisation in der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. „Eine Auswahl der Ausstellungstafeln ist nun im Schlesischen Museum zu sehen, um hier die Schau ,Achtung Zug!’ über die Entwicklung der Eisenbahn in Schlesien seit 1842 um ein wichtiges, unumgehbares Kapitel zu ergänzen“ so Historikerin und Museumsmitarbeiterin Dr. Martina Pietsch. „Die Dokumente zeigen, wie die Deutsche Reichsbahn in den nationalsozialistischen Staat und seine verbrecherischen Ziele eingebunden war.“

Ohne die Mitwirkung von Eisenbahnern an der fahrplanmäßigen Durchführung der Transporte wären die systematische Ermordung der europäischen Juden sowie der Völkermord an Sinti und Roma nicht möglich gewesen. Insgesamt wurden im Zweiten Weltkrieg mehr als drei Millionen Menschen mit Zügen zu den nationalsozialistischen Vernichtungsstätten transportiert. Die Ausstellung möchte auch an das unermessliche Leid erinnern, das diesen Menschen zugefügt wurde. Das Schlesische Museum zu Görlitz hat die Dokumentation mit Informationen über das Schicksal der jüdischen Bevölkerung in Breslau und Görlitz ergänzt.

Die Ausstellung entstand auf Grundlage der 2002 eröffneten Dauerausstellung im DB Museum in Nürnberg und in Kooperation mit der Stiftung Neue Synagoge – Centrum Judaicum sowie dem Deutschen Technikmuseum in Berlin.

(red/dh)