Das Osterfest 2020 wird ein anderes sein als das Osterfest 2019 und die davor. Darauf müssen sich auch die Menschen im Landkreis Görlitz einstellen. Öffentliche Veranstaltungen wie der Besuch des Osterhasen im Tierpark Weißwasser, die Osternestsuche im Findlingspark, die Fahrt in die Osterhauptstadt Bautzen oder der Besuch des Osterreiten zum Kloster St. Marienthal sind nicht möglich. Aber die Einschränkungen gehen bis in den privaten Bereich.

Mit Blick auf die bevorstehenden Osterfeiertage sind die Bürger angehalten, Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und sind aufgefordert, generell auf private Reisen und Besuche – auch von Verwandten – zu verzichten. Der Landkreis Görlitz vertraut hier in Würdigung des Grundrechtes zum Schutz von Ehe und Familie auf das ausgeprägte Verantwortungsbewusstsein unter Verwandten. Aus diesem Grund sind staatliche Kontrollen und Nachschauen im familiären Bereich nicht veranlasst. Das teilt die Kreisverwaltung in Görlitz mit.

Ostfeiern im Landkreis Görlitz nur auf Wohnumfeld beschränken

Landrat Bernd Lange (CDU) unterstreicht auch so kurz vor den Feiertagen noch einmal den Appell, den er zu Beginn der Krise beim Pressegespräch in seinem Haus in Görlitz getätigt hat: Jeder habe es mit in der Hand und müsse seinen Anteil im Sinne der Eigenverantwortung leisten.

Deshalb solle sich jeder vorrangig auf das Umfeld seines Wohnbereichs beschränken. Auf Anreisen mit dem Auto, Motorrad und Moped sollte deshalb soweit wie möglich verzichtet werden, heißt es in der Presseerklärung des Kreises. Treffen mit Freunden sind zu unterlassen. „Ansammlungen ab drei Personen müssen mit verstärkten Kontrollen rechnen“, unterstreicht die Kreisbehörde. Bei Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkungen winkt ein Bußgeld. Der Regelsatz beträgt für jeden Zuwiderhandelnden 150 Euro.

Keine Veranstaltungen zu Ostern im Landkreis Görlitz

Wie ist dann aber nun mit den Osterfeuern? Zwar sind die Hexenfeuer in der Region um Weißwasser eindeutig die Favoriten, aber in manchen Orten wurde auch zu Ostern zum Treffen an den wärmenden Flammen eingeladen. Unabhängig von der möglichen Gefahr durch Feuer sind jegliche Veranstaltungen bis 20. April nach der Allgemeinverfügung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt untersagt. „Daher kommen Osterfeuer oder ähnliche Veranstaltungen nicht in Betracht“, stellt die Kreisverwaltung klar. Feuerschale und Grillen im eigenen Garten bleiben zulässig, wenn sich die Teilnahme auf Familienangehörige aus dem eigenen Hausstand beschränkt. Grillen, Grillpartys oder ein Treffen mit weiteren Personen im Garten und ähnliches dürfen daraus aber keinesfalls entwickeln. Auch Nachbarn oder Freunde dürfen nicht eingeladen werden.

Und nun zum Hexenbrennen. Hierzu lässt die Kreisverwaltung wissen: Die Behandlung von Anträgen auf Traditionsfeuer für spätere Zeitpunkte sollte vorerst zurückgestellt werden. Es solle abgewartet werden, welche Regelungen Sachsen für die Zeit nach dem 20. April erlässt.

Landrat bedankt sich für den Einsatz


„In Krisensituation zusammenstehen ist keine Selbstverständlichkeit. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass sich der überwiegende Teil unserer Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Görlitz an die bestehenden Regelungen zu der vom Freistaat Sachsen erlassenen Ausgangsbeschränkung hält“, sagt Landrat Bernd Lange in einer Erklärung, die er auch per Videobotschaft verfasst hat. Sein Dank geht an alle für ihr verantwortungsbewusstes und diszipliniertes Handeln.

Dabei richtet er sich insbesondere an denjenigen, die in dieser schwierigen Zeit eine hohe Verantwortung tragen und bereits seit vielen Wochen unter besonderen Bedingungen im Einsatz sind. Das sind alle Kräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst, die Ärzte und Pfleger in Krankenhäusern, Hausarzt- und Facharztpraxen und in den ambulanten und stationären Pflege-/ sowie Behinderteneinrichtungen, Palliativstationen und Hospizen sowie das Laborpersonal. Danken möchte ich auch allen Verantwortungsträgern der Städte und Gemeinden im Landkreis Görlitz, die uns stets konstruktiv und hilfsbereit zur Seite stehen und ihre kommunale Verantwortung wahrnehmen. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Landkreisverwaltung stehen täglich im Rahmen des Stabes für außergewöhnliche Ereignisse vor neuen Herausforderungen. „Sie leisten im Hintergrund hervorragende Arbeit weit über das normale Maß hinaus“, so Bernd Lange.