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| 18:09 Uhr

Unfallzentrum versorgt auch schwerst verletzte Patienten
Görlitzer Klinikum erhält erneut das Gütesiegel

 Ralf Banaskiewicz ist der Leiter des Görlitzer Unfallzentrums.
Ralf Banaskiewicz ist der Leiter des Görlitzer Unfallzentrums. FOTO: Katja Pietsch
Görlitz. Das Unfallzentrum des Görlitzer Klinikums ist rund um die Uhr in der Lage, einen schwerstverletzten Patienten aufzunehmen und ihn optimal zu behandeln. Das haben Experten jetzt geprüft und bestätigt.

Fast alle medizinischen Disziplinen sind im Klinikum vertreten. So können Patienten mit einer schwerwiegenden, vielschichtigen Krankheit oder Unfallopfer interdisziplinär auf kurzen Wegen optimal behandelt werden. Für solche mehrfach verletzten Patienten ist diese komplexe Versorgung enorm wichtig. „Es kommt in den ersten Stunden darauf an, die akut lebensbedrohlichen Verletzungen schnell zu erkennen und in der richtigen Reihenfolge zu therapieren“, sagt Dr. Ralf Banaskiewicz, der das Unfallzentrum leitet.

Vorhalten muss das Klinikum dafür eine entsprechende personelle und technische Ausstattung. Darüber hinaus müssen verschiedene medizinische, technische infrastrukturelle und organisatorische Kriterien erfüllt werden, erklärt Sprecherin Katja Pietsch. Diese wurden jetzt kritisch unter die Lupe genommen: angefangen auf dem Hubschrauberlandeplatz über die Notaufnahme mit den Schockräumen, den CT’s, den Operationssälen bis hin zur Intensivstation und der Blutspende. Weiterhin wurden die Qualität und die Korrektheit der Dokumentation in den verschiedenen Bereichen geprüft.

Das Görlitzer Unfallzentrum hat viel Erfahrung damit, denn es ist bereits seit dem Jahr 2010 zertifiziert. Es war damals das erste Zentrum in Ostsachsen, das sich dieser Prüfung stellte, die alle drei Jahre stattfindet. „Unsere Arbeit ist interdisziplinär, weil man nie weiß, mit welchen Verletzungen oder in welchem Zustand die Patienten kommen“, erklärt Ralf Banaskiewicz. Dafür hat er gemeinsam mit dem Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie ein „Schockraumprotokoll“ für die Behandlung von schwer verletzten Patienten verfasst. Davon profitieren die etwas mehr als 100 schwer verletzten Patienten, die pro Jahr im Görlitzer Klinikum behandelt werden.

Eine weitere Besonderheit ist, dass es im Klinikum eine Neurochirurgie gibt. Diese spielt für die Versorgung von Schädelhirntraumata eine große Rolle. Sie machen rund 30 Prozent der Schwerverletzten aus. Da die nächsten Kliniken mit einer Neurochirurgie in Dresden beziehungsweise in Cottbus liegen, werden Schwerverletzte mit möglichem Schädelhirntrauma durch den Rettungsdienst primär nach Görlitz gebracht oder sekundär aus den umliegenden Kliniken nach Görlitz verlegt.

Etwas mehr als 100 schwerverletzte Patienten werden pro Jahr im Görlitzer Klinikum behandelt, die einer intensivmedizinischen Behandlung bedürfen. Das Grundteam des Traumazentrums am Klinikum besteht neben den Unfallchirurgen aus einem Anästhesisten, einer Anästhesie-Schwester sowie zwei Pflegekräften aus der Notaufnahme. Das Traumazentrum kann Verletzungen aller Schweregrade versorgen. Lediglich Verletzungen, die in einer Spezialklinik behandelt werden müssen, wie Schwerbrandverletzte, müssen verlegt werden. trt

 Der Hubschrauber-Landeplatz des Görlitzer Klinikums. Foto: Paul Glaser/Klinikum Görlitz
Der Hubschrauber-Landeplatz des Görlitzer Klinikums. Foto: Paul Glaser/Klinikum Görlitz FOTO: Paul Glaser