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| 01:32 Uhr

Görlitz will ins Weltkulturerbe

Görlitz. Görlitz setzt zum Sprung auf das Unesco-Weltkulturerbe an. Der Stadtrat hat sich auf seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür ausgesprochen, in das Bewerbungsverfahren einzusteigen. „Diese Idee ist schon alt“, erklärte OB Joachim Paulick (parteilos). Von Uwe Menschner

Bereits zu DDR-Zeiten habe es in Denkmalschützerkreisen gehießen, dass drei Städte des Landes in das Weltkulturerbe gehörten: Quedlinburg als Fachwerkstatt, Stralsund als Backsteinstadt und Görlitz als „steinerne“ Stadt. „Quedlinburg und Stralsund haben die Aufnahme geschafft, nur Görlitz bleibt noch außen vor“, so der Oberbürgermeister.

Görlitz wolle nunmehr gemeinsam mit Zgorzelec auf der deutschen Vorschlagsliste für die Aufnahme in das Weltkulturerbe kandidieren. „In den vergangenen Jahren waren die Chancen sehr schlecht, auf diese Liste zu gelangen“, erklärte Joachim Paulick. Dies habe sich jedoch aufgrund eines „Paradigmenwechsels“ geändert. „Zudem haben wir im Vorsitzenden der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz, Professor Gottfried Kiesow, einen sehr prominenten und einflussreichen Fürsprecher“, so der Görlitzer OB. Kiesow habe mehrmals geäußert, dass Görlitz für ihn „die schönste Stadt Deutschlands“ sei und unbedingt in das Weltkulturerbe gehöre.

Görlitz will für seine Kandidatur mit seinem Status als größtes Flächenkulturdenkmal Deutschlands punkten. „Dazu zählt nicht nur die historische Altstadt, sondern auch das Gründerzeitviertel, das in seiner Ausdehnung und seinem Erhaltungszustand einmalig sein dürfte“, erklärte Joachim Paulick. Die Aufnahme in das Weltkulturerbe sei von unschätzbarem Wert: „Viele Reiseveranstalter, besonders in Asien und Amerika, planen ihre Europa-Reisen nach der Weltkulturerbeliste“, so Stadtplaner Lutz Penske. Außerdem stünde den Weltkulturerbe-Orten ein namhafter Betrag für zusätzliche denkmalpflegerische Aufgaben zur Verfügung. Nicht zuletzt sein leidenschaftliches Plädoyer trug dazu bei, die bei einigen Abgeordneten noch vorhandenen Vorbehalte gegen die Bewerbung abzubauen. So hatte beispielsweise Jens Hasse (DSU) die Befürchtung geäußert, die UNESCO könne, ähnlich wie in Dresden, in die Stadtplanung „hineinregieren.“ „Die UNESCO behindert keine Stadtentwicklung. Auch Dresden wäre handlungsfähig geblieben, wenn es nicht so stur auf dem ursprünglichen Brückenentwurf beharrt hätte“, so Lutz Penske.