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| 10:43 Uhr

Sachsen unterstützt Kulturstätten
Görlitzer Theaterleute erhalten mehr Geld

 Der Kulturpakt ermöglich, dass dDie Mitarbeiter des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz/Zittau  ab dem 1. Januar 2019 nach dem gültigen Flächentarifvertrag bezahlt werden können.
Der Kulturpakt ermöglich, dass dDie Mitarbeiter des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz/Zittau ab dem 1. Januar 2019 nach dem gültigen Flächentarifvertrag bezahlt werden können. FOTO: Agentur
Görlitz. Mit 28 Millionen Euro will Sachsen bis zum Jahr 2022 kommunale Theater und Orchester stärken. Davon profitiert auch das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz/Zittau. Von Uwe Menschner

Die Mitarbeiter des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz/Zittau können ab dem 1. Januar 2019 nach dem gültigen Flächentarifvertrag bezahlt werden. Möglich macht dies der vom Freistaat Sachsen initiierte Kulturpakt. Dieser verpflichtet sich, vier Jahre lang 70 Prozent der Differenz zwischen Haus- und Flächentarifverträgen zu tragen. Die restlichen 30 Prozent verbleiben als Eigenanteil bei den Trägern – im Falle des Theaters der Landkreis Görlitz sowie die Städte Görlitz und Zittau.

„Der derzeit gültige Haustarifvertrag lief zum Jahreswechsel aus, und eine Fortsetzung konnte nicht ausgehandelt werden“, erklärt der für Finanzen zuständige Beigeordnete, Thomas Gampe. Ohne Unterstützung durch den Freistaat Sachsen müssten die Gesellschafter ab dem Jahresbeginn die durch den Rückfall in den Flächentarif entstehenden Mehrkosten allein tragen. Über den Kulturpakt fließen bis zum Jahr 2022 insgesamt fast sechs Millionen Euro vom Freistaat in das Gerhart-Hauptmann-Theater. Weitere zusätzliche 720 000 Euro kommen vom Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesischen, die dieser ebenfalls aus gestiegenen Landeszuweisungen bestreitet.

Der Geldregen ist an Bedingungen gebunden, und er bleibt auch nicht dauerhaft erhalten. „Ab dem Jahr 2023 müssen die Gesellschafter die Kosten wieder allein tragen, wenn der Freistaat die Förderung nicht verlängert“, konstatiert Thomas Gampe. Dies würde unweigerlich „Einschränkungen, auch im künstlerischen Angebot“, mit sich bringen. Allerdings gehe man von einer Fortsetzung der Förderung auch nach 2022 aus. Die Hilfe des Freistaates bemisst sich am aktuellen Tarif; der Ausgleich von Steigerungen ist nicht vorgesehen und würde somit an den Trägern hängen bleiben.

Weiterhin knüpft der Freistaat Sachsen seine Hilfe an die Bedingung, dass ein Strukturkonzept für die geförderte Einrichtung erstellt wird. Daran entzündet sich die Kritik des Abgeordneten Mirko Schultze (Die Linke): „Es gibt kaum noch Synergien, die wir heben und in ein solches Konzept schreiben können.“ Das Theater arbeite bereits jetzt an der Belastungsgrenze, weitere Optimierungen seien nicht mehr möglich. Schultze befürchtet, dass ein solches Strukturkonzept „intransparent und ohne öffentliche Beteiligung, nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten“ entsteht und dass letzten Endes der Standort Zittau „über die Klinge springen“ müsse. Dies weist der Zittauer Oberbürgermeister Thomas Zenker (Freie Wähler) als Panikmache zurück: „Die Stadt Zittau ist als Gesellschafter eingetreten, um ein Vetorecht für den Standorterhalt zu haben, das wir auch nutzen werden.“ Wieder aufkeimenden Ideen eines gemeinsamen Kulturraumtheaters mit Bautzen erteilte Zenker eine Absage. Auch Landrat Bernd Lange (CDU) betont: „Ziel ist es, alle Sparten und Standorte zu erhalten.“