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| 01:38 Uhr

Gnadenschuss für Wolf laut Ministerium rechtens

Senftenberg/Potsdam. Der Polizist des Schutzbereiches Oberspreewald-Lausitz, der den schwer verletzten Wolf Rolf am Unfallort an der Bundesstraße 169 bei Sedlitz mit seiner Dienstwaffe erlöst hatte, hat laut Brandenburger Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz richtig gehandelt. Von Kathleen Weser

Über den Gnadenschuss für das streng geschützte Tier war trefflich gestritten worden, weil der Wolf ausdrücklich nicht dem Jagd-, sondern vielmehr allein dem Naturschutzrecht unterliegt - und deshalb eigentlich nicht geschossen werden darf.

Der mit einem Sender ausgestattete Leitwolf des Milkeler Rudels (Landkreis Bautzen) war am 16. Januar zwischen Sedlitz und Senftenberg von einem Auto angefahren worden, hatte sehr viel Blut verloren und röchelte schwer.

Das Naturschutzgesetz sieht einen Fall, wie den des verunfallten Wolfes Rolf konkret nicht vor. Trotzdem ist die Sachlage klar, so Ekkehard Kluge, zuständig für den Artenschutz im Brandenburger Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV).

Denn: Die Vorschriften des Tierschutzes bleiben in einem Sonderfall wie diesem unberührt, erläutert er. “Ist offensichtlich, dass ein Tier tödlich verletzt ist, darf ein Polizist als Amtsperson im Vollzug eigenständig die Entscheidung zum Gebrauch seiner Dienstwaffe treffen, um das Tier von unnötigen Leiden und Schmerzen zu befreien - auch wenn das Tier einen besonderen Schutz genießt„, sagt der Ministeriumsmitarbeiter. Die Ordnungshüter hätten an einem Unfallort diese besonderen Befugnisse, ohne dass dies für den Wolf speziell geregelt sein müsse.

Bei dem Verkehrsunfall war dem Leitwolf des Milkeler Rudels der Schädel zertrümmert worden. Das Obduktionsergebnis des Tieres liegt noch nicht vor.

Dem für die Polizei zuständigen Innenministerium ist bereits versichert worden, dass die Rechtmäßigkeit des Handelns des Vollzugsbediensteten nicht angezweifelt wird, erklärt Artenschutzexperte Ekkehard Kluge.