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| 16:49 Uhr

Internationaler Museumstag
Gläserne Raritäten werden näher unter die Lupe genommen

Armin Haenelt (Glasmuseum), Besucher Falk und Kersten Hempel, Jochen Exner und Horst Grams (beide Glasmuseum v.l.n.r.) kommen miteinander ins Gespräch, um das mitgebrachte Glas einschätzen zu können.
Armin Haenelt (Glasmuseum), Besucher Falk und Kersten Hempel, Jochen Exner und Horst Grams (beide Glasmuseum v.l.n.r.) kommen miteinander ins Gespräch, um das mitgebrachte Glas einschätzen zu können. FOTO: Arlt Martina
Weißwasser. „Kunst oder Krempel?“ soll im Glasmuseum wiederholt werden. Von Martina Arlt

„Kunst oder Krempel?“ – diese Frage hat sich am Sonntagnachmittag bei vielen mitgebrachten gläsernen Raritäten im Glasmuseum Weißwasser gestellt. Diese Veranstaltung hatte an jenem Tag Premiere und soll eine Fortsetzung finden. Einige Interessierte nutzten schon gern diesen Tag, um die unterschiedlichsten Glasgegenstände näher bestimmen zu lassen. Dazu luden die Mitglieder des Fördervereins des Glasmuseums Weißwasser ein. Armin Haehnelt, Jochen Exner und Horst Grams schauten immer wieder gespannt, was die Besucher so aus ihren Körben oder Tüten hervorzauberten.
Auch Kersten und Falk Hempel aus Weißwasser hatten gläserne Gegenstände aus ihrem Haushalt fein säuberlich verpackt mitgebracht, um Näheres darüber zu erfahren. „Diese Dinge stammen beispielsweise aus Innsbruck oder Kufstein, wo wir diese Erzeugnisse käuflich erworben haben. Aber auch von Manfred Hubatsch aus Weißwasser haben wir etwas dabei. Das sind Gebrauchsgegenstände, die bei uns Zuhause zum Teil Deko sind. Aber einige Gläser benutzen wir auch, die wir heute im Gepäck haben“, so Kersten Hempel. Christa Deckert kam mit ihrer Tochter Sabine am Sonntagnachmittag ins Glasmuseum. Sie hatten ein Uranglas im Gepäck: „Von diesen speziellen Gläsern besitzen wir drei Stück. Uran ist ja dafür bekannt, dass diese Gegenstände hellgelbe oder hellgrüne transparente Farbtöne abgeben. Für uns sind es schon Raritäten und jeder hat so seine eigene Geschichte dazu. Genaue Informationen konnten wir heute nicht so erhalten, aber wir denken, dass diese Gläser um 1900 hergestellt wurden“, so Sabine Deckert. Sie gibt zu, Glas zu lieben. Das sicherlich auch daher, weil die Familie an der ehemaligen Bärenhütte wohnt und die Mutter dort gearbeitet hat. „Unser Herz hängt schon daran, man hat viele schöne Erinnerungen an diesen Betrieb. Das Glasmuseum sollte auf jeden Fall immer erhalten bleiben. Denn hier schlummern ja die besonderen Raritäten, die eine Verbindung mit der Glasmacherstadt Weißwasser haben“, sagt Sabine Deckert.

„Was uns sehr freut, dass die Einwohner unser Angebot heute sehr gern annehmen. Zahlreiche Erzeugnisse haben wir uns angeschaut und stellten fest, dass viele Dinge nicht aus Weißwasser stammen. Es war viel böhmisches Glas und auch aus der Region Hirschberger Tal dabei. Auch aus der Jämlitzer Glashütte konnte etwas entdeckt werden“, berichtet Jochen Exner, der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins des Glasmuseums. Ein Besucher hatte eine Wagenfeld-Vase dabei, die wahrscheinlich aus der Zeit zwischen 1935 und 1945 stammt. „Wir sind heute zu der Erkenntnis gekommen, dass es besser wäre, wenn uns die Leute vorher vielleicht ein Bild von den Glaserzeugnissen zukommen lassen würden. So könnten wir jeweils aus unseren Unterlagen dazu mehr Informationen einholen. Auf die Schnelle ist es oft nicht möglich, die genaue Bestimmung vorzunehmen. Wenn wir das nächste Mal zu Kunst oder Krempel einladen, müssten wir das irgendwie vorher anders organisieren. So könnten wir uns im Vorfeld mit den jeweiligen Glasgegenständen beschäftigen“, erklärt Jochen Exner.

Der Förderverein des Glasmuseums zählt 75 Mitglieder und wird von Horst Fasold geleitet.