| 02:46 Uhr

Gewitter verhindern die Sommerregatta

Wegen des aufziehenden Gewitters mussten die Segelboote in den sicheren Hafen zurückkehren.
Wegen des aufziehenden Gewitters mussten die Segelboote in den sicheren Hafen zurückkehren. FOTO: amz1
Klitten. Erstmals seit mehreren Jahren ist eine Regatta des Wassersportvereins Bärwalder See wegen mehrerer Gewitter verschoben worden. Die Sicherheit der Sportler ging vor sportliche Ambitionen. amz1

Der Wettkampf wurde einen Tag später nachgeholt.

Eigentlich sollte die traditionelle Sommerregatta auf dem Bärwalder See am Sonnabend pünktlich um 14 Uhr starten. Stattdessen radelt Hafenmeister Gerhard Stübner zügig zum Leuchtturm und schaltet die gelbe Rundumleuchte, den sogenannten "Flash", ein. "Das bedeutet, dass alle Boote schnellstmöglich in den Hafen zurückkehren sollen", erklärt Stübner.

Der Grund für diese Maßnahme präsentiert sich indes am Himmel. Aus südlicher Richtung zieht ein Gewitter auf. Blicke zucken über dem See, deutliches Donnergrollen ist zu vernehmen. Bald darauf fängt es an zu regnen. Indes steht Jürgen Schlowag auf der Marina und fordert per Lautsprecher die Segler auf, umgehend in den Hafen zurückzukehren. Der Start, so der Regattaleiter, werde aufgrund des Wetters verschoben. "Die Sicherheit der Teilnehmer hat für uns oberste Priorität", begründet er seine Entscheidung. Zum einen bestehe bei Gewitter die Gefahr von Blitzschlägen. Vor einigen Jahren, so erinnert sich Volker Grabarek, Vorsitzender der Bärwalder Wassersportler, habe ein Blitz in einen Holzmast eines Bootes eingeschlagen. Nicht nur der Mast war hin, sondern es präsentierte sich im Boot noch ein größeres Loch. Zum anderen weisen Gewitter häufig starke Winde auf, die durchaus Wellen von bis zu einem Meter Höhe auf dem See zur Folge haben können. Gastronom Mario Haßler, der mit Ullrich Rottnick den Imbiss auf der Marina betreibt, zeigt ein eigenes Video, das erst wenige Wochen alt sei. Es zeigt beeindruckende Szenen eines Sturms, der die hohen Wellen über den Zugang zum Klittener Leuchtturm peitschte. "Die Leute konnten nicht mehr weiter. Sie mussten umkehren", berichtet Haßler. Eine Stunde nach dem eigentlichen Regattenstart will Jürgen Schlowag einen zweiten Versuch starten. Doch wieder müssen sich die neun Segler den Wetterunbilden geschlagen geben. Ein neues Gewitter hat sich gebildet, diesmal im Norden. Es scheint sich genau über dem Kraftwerk Boxberg zu befinden. Später folgt ein weiteres Donnerwetter aus dem Westen.

So kommt es an diesem Sonnabend zu keiner Regatta mehr. Die Wassersportler lassen sich die Laune dennoch nicht verderben. Bernd Schneider ist ein erfahrener "Seebär". Der Bautzener segelt eigenen Angaben zufolge bereits seit genau 40 Jahren. "Ich habe damals auf dem Spremberger Stausee begonnen", berichtet er. Manches habe sich seitdem geändert. Die Regeln seien zwar die gleichen geblieben, doch die Preise hätten sich erheblich nach oben bewegt. "Zu DDR-Zeiten kostete ein Boot um die 11 000 Mark, nach der Wende 11 000 D-Mark und heute 11 000 Euro. Alles ist erheblich teurer geworden." Frank und Kathrin Schulze, ebenfalls aus der Bautzener Region, sind seit 13 Jahren als Segler aktiv. Vor Gewitter hätten sie keine Angst. "Unser Kajütboot kann eigentlich nicht kentern", erklärt Frank Schulze. Eher fürchte er sich vor einer Windflaute. Dann gehe es kaum vorwärts und rückwärts. Das Segeln sei für den Transportunternehmer eine willkommene Abwechslung zum stressigen Berufsalltag. "Dafür braucht man keine eigene Energie. Und der Wind schickt keine Rechnung", erklärt der Rand-Bautzener schmunzelnd. Mehr als über die Gewitter haben sich einige Segler über das kleine Verkehrschaos auf der Zufahrt zum Bärwalder See geärgert. Denn der Bahnübergang auf der Direktverbindung von Uhyst nach Klitten ist derzeit gesperrt. Die Behörden, so die Wassersportler, hätten bereits in Lieske einen entsprechenden Hinweis platzieren können. So sei ein unnötiger Umweg von mehreren Kilometern entstanden.

Derzeit zählt der Wassersportverein 30 Mitglieder. Diese kommen nicht nur aus der Umgebung, sondern aus Bautzen, dem Oberland sowie selbst aus Dresden.