"Unglaublich!" und "Gute Besserung!" Das waren die am meisten gebrauchten Wörter in den zahlreichen Kommentaren, die schon am Sonntag kurz nach Bekanntwerden des Angriffs auf den Füchse-Profi im Internet auftauchten. Dabei zeigt sich nicht nur das Füchse-Lager zutiefst betroffen. Auch Anhänger anderer Klubs, wie etwa Eispiraten-Fan Carmen, meldeten sich zu Wort und gaben der Hoffnung Ausdruck, der nun wegen Totschlags gesuchte Täter möge schnellstmöglich gefasst werden.

Für den langjährigen Füchse-Fanrat-Vorsitzenden Silko Hoffmann ist zunächst etwas anderes am allerwichtigsten: "Dass sich Greg Classen gut erholt und keine körperlichen oder auch seelischen Schäden davonträgt." Das kann Füchse-Coach Dirk Rohrbach nur unterstreichen. Bei den Füchsen werde man alles tun, den Genesungsprozess zu befördern. Das fange an mit einem Krankenbesuch am heutigen Dienstag. Rohrbach fährt mit Sportdirektor Ralf Hantschke nach Dresden zu dem Verletzten, der immerhin die Intensivstation schon wieder verlassen konnte und Besuch empfangen darf. "Wir wollen", so Rohrbach", dass sich Greg auf seine Genesung konzentriert." Wieder in Weißwasser, soll er sich wohlfühlen und wissen, dass er im Team eine feste Größe bleibt. Auf keinen Fall dürfe er sich einreden, etwas falsch gemacht zu haben, so Rohrbach. Classen sei schlicht zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen.

Zumindest psychisch angeschlagen seien aber auch die beiden EHC-Spieler, die Classen bei seinem Ausflug in die Dresdner Neustadt begleitet und den Täter in die Flucht geschlagen haben, so Dirk Rohrbach. Sie hätten erst gar nicht gesehen, wie schwer verletzt ihr Begleiter war, der in dem kurzen Moment angegriffen wurde, als er vor einem Lokal allein auf ein Taxi wartete. Bei der Saison-Abschiedsparty der Füchse am Samstagnachmittag in Weißwasser habe er beide Spieler, deren Namen er nicht nennen will, frühzeitig nach Hause geschickt, so der Coach weiter.

Der Messer-Angriff des noch gesuchten Täters auf den Eishockey-Spieler hat bundesweit ein Medienecho und Solidaritätsbekundungen ausgelöst. Von einer "Schock-Nachricht" war etwa im Kölner Express zu lesen. Bei den Kölner Haien hatte Classen von 2010 bis 2013 gespielt. Auch Iserlohn, Hamburg und Ingolstadt waren Stationen des Deutsch-Kanadiers. In seinen zehn Profi-Jahren in Deutschland, so Füchse-Sprecher Andreas Friebel, habe Classen viele Sympathien gewonnen.

Friebel freut sich über den Zuspruch der ganzen Eishockey-Familie. Zugleich warnt er davor, zwischen dem Messer-Angriff und der Rivalität zwischen Füchsen und Dresdner Eislöwen eine Verbindung zu konstruieren. Was Greg Classen passiert ist, hätte jedem überall passieren können. Auch Silko Hoffmann hält Spekulationen für gefährlich, die in diese Richtung gehen.