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Geschwister Hofmann kommen wieder

FOTO: Agentur
Kromlau. Wenn ein viertägiges Volksfest organisiert werden muss, da ist es wahrlich gar nicht zu gebrauchen, wenn beim Stargast kurzfristig umdisponiert werden muss. Genau vor dieser Herausforderung haben Dirk Thorausch und seine Crew jetzt gestanden. Regina Weiß

Beim Festkomiteechef kommen da Erinnerungen von vor zehn Jahren auf. "Ich war auf der Müritz, als mich Burkhard Strelow (A. d. Red.: der damalige Veranstaltungsmanager) anrief und fragte, ob ich sitze", erzählt Thorausch. Damals hatten Olaf Berger und seine Tochter absagen müssen, weil sie kurzfristig einen Fernsehauftritt hatten. Es blieb damals genau noch eine Woche Zeit, Ersatz zu beschaffen.

Diesmal waren es eine Krankheit und rund 14 Tage Zeit. Doch das machte die Hiobsbotschaft nicht besser. Catharina Lisk von der Veranstaltungsagentur VSP Event informierte Dirk Thorausch vor wenigen Tagen über die Absage von Schlagersänger Andreas Martin. Er sollte Sonntagnachmittag gemeinsam mit Laura Wilde auftreten und für ein volles Festzelt sorgen. Der Sänger ist erkrankt und kann deshalb beim 53. Park- und Blütenfest nicht auftreten. Nun war guter Rat teuer. Die Mitarbeiter von VSP Event rödelten. Drei Angebote hatte man in der Auswahl. "Es ist ja nicht so, das Pfingsten nichts los ist", weiß Dirk Thorausch.

Nun kann er durchatmen. Er freut sich darauf, dass die Geschwister Hofmann wieder zugesagt haben. Die Sängerinnen Anita und Alexandra hatten 2016 das Festzelt mit ihrem gelungenen Auftritt in ein Dorado für Schlagerfans verwandelt und die Besucher mit ihrer Begeisterung angesteckt. "Dass sie uns nun wieder besuchen, macht doch deutlich, dass es ihnen bei uns gefallen hat", so Dirk Thorausch. Außerdem sei es sehr kollegial, dass die beiden Musikerinnen für einen kranken Sänger einspringen.

Dabei machen sie einige "Kopfstände". Denn derzeit befinden sich die beiden auf Schlagerreise gen Spanien. Für den Auftritt in Kromlau am Sonntagnachmittag werden sie dann nach Deutschland fliegen. Das wird ihre Fans besonders freuen. Bei ihrem Fanklub in Hoyerswerda dürfte sich das Gastspiel in Kromlau eh schon herumgesprochen haben.

Der Sonntagnachmittag gehört traditionell in Kromlau dem Schlager, der Samstag den Hoheiten. Einladungen dafür gingen nach Graal-Müritz und Artern, nach Guben und nach Tharandt. Schließlich gibt es in Deutschland zahlreiche Hoheiten. 14 davon sowie drei ehemalige Blütenköniginnen werden in diesem Jahr Stefanie Engler die Aufwartung machen. Sie ist zum zweiten Mal als Kromlauer Blütenkönigin Gastgeberin. Mit ihren Helfern empfängt sie unter anderem die Prenzlauer Schwanenkönigin, die Schmöllner Knopfprinzessinnen sowie die gekrönten Häupter aus Guben, Peitz und Spremberg im Bartelshof in Gablenz. Gut gestärkt, lässt sich der Festtag angehen. Mit dem Kremser werden die Gäste dann den Kromlauer Park ansteuern. Der hat sich "extra" dafür sein Blütenkleid angezogen. "Traditionell gibt es natürlich wieder das Foto am Rakotzsee vor der Brücke", weiß Dirk Thorausch. Wer diesen Schnappschuss festhalten will, der sollte sich dort am Samstag gegen 11.30 bis 12 Uhr einfinden.

Danach werden sich die Königinnen bei der Blaulichtmeile unters Volk mischen. Zum zweiten Mal findet dieses Angebot im Rahmen des Parkfestes statt. Feuerwehren, Bundeswehr, Zoll (auch mit Hundevorführung), Polizei, DRK und Verkehrswacht sind dabei. Letztere bietet ab 10 Uhr auf der Wiese am Kavalierhaus auch das Codieren von Fahrrädern an. Um 14 Uhr wird dann im Festzelt das 53. Fest in Kromlau offiziell eröffnet.

Es wird übrigens das letzte sein, wofür Dirk Thorausch den Hut auf hat. Zum 41. Fest übernahm er den Staffelstab von Klaus Hübner aus Kromlau, nun reicht der Gablenzer ihn weiter. Holger Schiffner wird ihn übernehmen. Dirk Thorausch zieht auch einen Schlussstrich, weil die Festorganisation ihn geschlaucht habe, wie er unumwunden zugibt. Schließlich sei das eine ehrenamtliche Aufgabe. Aber wenn diese sich auf die Gesundheit niederschlägt, dann sei es Zeit, aufzuhören.

An die 200 Oldtimer rollten im vorigen Jahr auf die Wiese am Kavalierhaus. Manch einen hatten die dunklen Wolken abgeschreckt, sein blank poliertes Schätzchen aus der Garage zu holen. In diesem Jahr sehen die Wetterprognosen bisher gut aus, sodass die Kromlauer mit vielen Oldtimern aus nah und fern rechnen. Zum 14. Mal findet dieses Treffen schon statt und hat sich eine große Fanschar erobert.

Parkplätze: An allen drei Ortseingängen gibt es zum Fest Parkplätze. Wer aus Halbendorf anreist, sollte den Ausschilderungen folgen und nicht bis zum Ortseingang rollen - dann wird das Wenden schwierig.

Eintritt: Für das 53. Fest wurden die Eintrittspreise moderat angepasst, sagt Dirk Thorausch. Sie sind wie weitere Infos unter www.bluetenfest.kromlau-online.de zu finden.