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Geschichten aus der Brauerei

Für den Tag des offenen Denkmals ist alles vorbereitet: Werbeplakate wurden angebracht wie hier an der Fassade von Gilbert Habedank und es liefen auf dem Gelände Sicherungsarbeiten.
Für den Tag des offenen Denkmals ist alles vorbereitet: Werbeplakate wurden angebracht wie hier an der Fassade von Gilbert Habedank und es liefen auf dem Gelände Sicherungsarbeiten. FOTO: Joachim Rehle/jor1
Bad Muskau. Bad Muskau erhält am Sonntag die Reprädika tisierungsurkunde als "Ort mit Moorkurbetrieb". Sie wird beim Tag der offenen Tür in der Brauerei übergeben.

(pm/rw) Führungen, Fotoausstellung, Jazz und Bierausschank: Auf dem lange verwaisten Gelände der früheren Pückler-Brauerei in Bad Muskau zieht an diesem Sonntag vorübergehend wieder Leben ein. Zum Tag des offenen Denkmals am 10. September haben Besucher von 11 bis 17 Uhr Gelegenheit, den Industriebau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zu besichtigen, teilt die Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau mit.

Ein offizieller Punkt im vielfältigen Programm ist um 13 Uhr die Übergabe der Urkunde zur erfolgreichen Wiederholungsprüfung von Bad Muskau als "Ort mit Moorkurbetrieb". Frank Ortmann, der für Tourismus zuständige Referatsleiter im Wirtschaftsministerium, überreicht die Anerkennung an Bürgermeister Andreas Bänder (CDU).

In der Brauerei werden um 11.30, 12.30, 14 und 15 Uhr Führungen angeboten. Zwischen 11.30 und 16.15 Uhr gibt es im Abstand von 15 Minuten Rundgänge durch die Eiskeller bei Fackelschein.

Rund 50 Schwarz-Weiß-Fotos unter dem Titel "Bad Muskau in den 1980er-Jahren" sind im Erdgeschoss des Denkmals zu sehen. Die Aufnahmen stammen größtenteils aus dem Nachlass des Muskauer Fotografen Bernd Quint sowie vom langjährigen Parkmeister Ekkehard Brucksch. Peter Gloyna, der Enkel des früheren Brauereibesitzers Wilhelm Gloyna, nimmt ab 14 Uhr zum "Brauerei-Plausch am Gartentisch" Platz. Der 70-Jährige will Besuchern aus seiner Kindheit erzählen, die er teilweise auf dem Gelände verbrachte. Nach der Enteignung seines Großvaters wurde der Betrieb ab 1953 als VEB Parkbrauerei Bad Muskau weitergeführt.

Das Programm zum Denkmaltag ergänzt eine kleine Ausstellung historischer Zeugnisse aus dem früheren Produktionsprozess, darunter Etiketten, Bierdeckel und Glasflaschen. Fotos aus verschiedenen Epochen werden zudem auf einer Leinwand präsentiert, um die wechselvolle Geschichte der Brauerei zu veranschaulichen.

Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871) ließ die Brauerei 1844/45 erbauen. Sie gilt als herausragendes Werk von Ludwig Persius, einem Schüler des preußischen Oberbaumeisters Karl Friedrich Schinkel. Das Ensemble aus Brauerei und Gasthof, dem "Niederländischen Hof", fungierte ursprünglich als wirkungsvolles Entree in den Pückler-Park. Der imposante Backsteinkomplex gehört zum kulturhistorischen Erbe des Fürsten. Der Freistaat hatte die Immobilie Anfang 2017 erworben.

Zum Thema:
Die Anzahl der Teilnehmer bei den Führungen und Eiskellerrundgängen ist begrenzt. Kostenlose Eintrittskarten dafür werden am Sonntag auf dem Brauereigelände ausgegeben. Die Stadt öffnet Sonntag den Parkplatz am ehemaligen Aldi-Markt, der sich nur wenige Schritte vom Brauereigelände entfernt neben dem Sportplatz an der Berliner Straße befindet.