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| 01:04 Uhr

Geschafft: Genehmigungsantrag ist eingereicht!

Rietschen.. Nach über einem Jahr angestrengter Arbeit ist es geschafft. Der Trägerverein „Freie Schule Rietschen“ hat den Antrag auf Errichtung einer freien Schule fristgerecht zum Jahresende 2004 beim Regionalschulamt Bautzen eingereicht. Von Ingolf Tschätsch

Der Verein, der die Mittelschule Rietschen künftig in freier Trägerschaft weiterführen und so ihren Erhalt sichern will, hat eine weitere Hürde genommen. Wie er gestern auf Nachfrage der RUNDSCHAU zum Ausdruck brachte, wurde der dazu notwendige Antrag fristgerecht zum 31. Dezember 2004 beim Regionalschulamt Bautzen eingereicht. Das Papier beinhalte neben der Beschreibung der baulichen Gegebenheiten und der dazugehörenden Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange auch die Vorstellung der Pädagogen, die beschäftigt werden sollen, das Finanzierungs- und das pädagogische Konzept zur Führung der Schule, wie es hieß.
Inhaltlich orientiert sich der Trägerverein an wesentlichen Inhalten der Reformpädagogik. Dies finde beispielsweise seinen Niederschlag im Angebot einer ganztägigen Betreuung, wie vom 1. und 2. Vereinsvorsitzenden Lutz Ackermann bzw. Ralf Brehmer zum Ausdruck gebracht wurde. Darüber hinaus bestehe eine Besonderheit darin, dass die Lerngruppen (Klassen) nicht mehr als 25 Kinder umfassen werden, in denen die Schüler eine besondere auf sie abgestimmte Förderung und Forderung erfahren werden. Außerdem sei beabsichtigt, die polnische Sprache fakultativ in Form einer Begegnungssprache ab der 5. Klasse anzubieten. „Das Kernziel besteht in einer ganzheitlichen Bildung und Erziehung, die durch sehr gut qualifizierte Lehrer getragen wird und die auf das enge Zusammenwirken mit der Elternschaft, mit den ortsansässigen Vereinen und Wirtschaftsunternehmen und der Gemeinde basiert“ , unterstrich Ralf Brehmer.
Wie er erläuterte, sei besonders an der Finanzierung der schulischen Aufgaben durch den Verein lange gefeilt worden. „Der Verein muss das Geld für alle Kosten in den ersten vier Jahren allein aufbringen. Danach erhält er 90 Prozent der Finanzierung einer staatlichen Schule als Zuschuss vom Freistaat Sachsen. Für die restlichen zehn Prozent der Kosten ist der freie Schulträger verpflichtet, ein Schulgeld zu erheben“ , erklärte Brehmer das Procedere.
Einen grundlegenden Finanzierungsbaustein habe die Gemeinde Rietschen bereits gelegt, indem sie die Gebäude und Einrichtungen für den Schulbetrieb kostenlos bereit stellen wird. Für die Eltern ist folgendes wichtig: Sie müssen ein vorgeschriebenes Schulgeld in Höhe von etwa 55 Euro monatlich und für die ersten vier Jahre einen Gründungsförderbeitrag von 27,50 Euro monatlich entrichten. Mit diesem werde die besondere Zuwendung zum einzelnen Schüler ermöglicht.
Weiterhin ist der Trägerverein darauf angewiesen, zur Absicherung der Angebote entsprechend der Neigungen der Schüler und für außergewöhnliche Leistungen ein halbjährliches Elterndarlehen in Höhe von 125 Euro aufzunehmen. „Dies erhalten die Eltern nach Ablauf von jeweils vier Jahren vollständig zurück“ , fügte der 2. Vereinsvorsitzende hinzu.
Trotz der zu erhebenden Kosten wird die Schule für alle Mädchen und Jungen offen sein, wurde betont. Der Trägerverein wird mit der Unterstützung von Förderern Patenschaften organisieren, um finanzielle Schwierigkeiten zu meistern.

Hintergrund Ansprechpartner
 Gern gibt der Trägerverein über Fragen der Schule und des Vereins Auskunft. Interessenten sollten sich dazu an den 1. Vorsitzenden Lutz Ackermann (Gartenweg 5, 02906 Stannewisch; Tel. 035894/305 96) oder an den 2. Vorsitzenden Ralf Brehmer (Bergstraße 9, 02956 Rietschen; Tel. 035772/421 21, ab 18 Uhr 035772/411 11, E-Mail: ralf.brehmer@addcom.de) wenden.