Von Christian Köhler und Regina Weiß

Kurz nach 19.30 Uhr am Sonntag steht im Krauschwitzer Gemeindeamt das vorläufige Ergebnis des Bürgerentscheids zur Gemeindeehe mit Bad Muskau fest: Die Einwohner haben mehrheitlich die Fusion abgelehnt. Von 2846 Wahlberechtigten sind 1770 am Sonntag zur Wahlurne gegangen. Damit liegt die Wahlbeteiligung bei 62,2 Prozent. Bei drei ungültigen Stimmen entschieden sich 617 für die Fusion mit der Parkstadt, 1150 dagegen: Krauschwitz-Ost: 207 Ja, 237 Nein, Krauschwitz-West: 175 Ja, 278 Nein, Sagar: 134 Ja, 254 Nein, Klein Priebus: 19 Ja, 72 Nein, Pechern: 73 Ja, 132 Nein, Briefwahl: 73 Ja, 132 Nein. „Das nötige Qurorum“, so Toralf Schindler von der Gemeindeverwaltung, „ist erreicht. 40,4 Prozent im Verhältnis zu Wahlberechtigten und abgegeben Stimmen lehnten die Fusion ab.“ Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler) ist vom Ergebnis enttäuscht: „Ab Montag gilt für uns nun eine Haushaltssperre“, sagt er. Alle freiwilligen Leistungen der Gemeinde müssen gestrichen werden. „Wir bekommen unsere Fehlbeträge nicht mehr erstattet“, zieht er das Fazit des Entscheids.

In Bad Muskau waren 3077 Bürger abstimmungsberechtigt.  Davon haben 1221 von ihrem Recht Gebrauch gemacht. Das sind 39,68 Prozent. Mit Ja haben 18,91 Prozent gestimmt, mit Nein 20,73 Prozent.

Weil das nötige Quroum in Bad Muskau für oder gegen die Ehe mit Krauschwitz nicht erreicht ist, muss der Stadtrat entscheiden. „Es steht bereits auf der Tagesordnung der Sitzung am 28. November“, erklärt Bürgermeister Andreas Bänder (CDU). Er findet es beeindruckend, dass es zwischen Ja- und Nein-Stimmen so einen geringen Abstand gegeben hat: Schaut man nämlich auf die einzelnen Wahllokale, so ergibt sich teilweise eine Pattsituation zwischen Befürwortern und Gegnern der Gemeindeehe – Grundschule: 170 Ja, 167 Nein; Schützenhaus: 95 Ja, 89 Nein; Lindenhof 198 Ja, 199 Nein; Feuerwehr Köbeln 53 Ja, 112 Nein; Briefwahl: 66 Ja, 71 Nein. Also insgesamt 582 Ja- und 638-Neinstimmen.