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Gemeinde verzichtet auf Tempo-Tafeln an der B 115

Anwohner hatten im Gemeinderat mehrfach auf den Verkehrslärm an der B 115 in Rietschen hingewiesen.
Anwohner hatten im Gemeinderat mehrfach auf den Verkehrslärm an der B 115 in Rietschen hingewiesen. FOTO: Preikschat
Weißwasser. In Rietschen werden trotz wiederholter Anwohner-Beschwerden wegen angeblich sich häufender Tempo-Verstöße und gewachsener Lärmbelastung an der B 115 weder Tempo-Tafeln noch stationäre Blitzer aufgestellt. Das haben die Gemeinderäte kürzlich im Technischen Ausschuss beschlossen. dpr

Einfluss auf die Meinungsbildung hatten die Ergebnisse einer Zählung der Verkehrswacht Niesky an der Bundesstraße im Dezember sowie die Kernaussagen einer Diplom-Arbeit zum Thema, vorgetragen von Bürgermeister Ralf Brehmer (Freie Wähler).

Laut der Verkehrszählung war ein Großteil der Tempo-Sünder in Rietschen höchstens zehn Stundenkilometer schneller als vorgeschrieben unterwegs, sagte Brehmer. So fuhren von 96 Lkw, die im Verlauf von 24 Stunden Rietschen passiert haben, 77 Lkw höchstens 50 Stundenkilometer, 14 Lkw zwischen 50 und 60 Stundenkilometer und fünf Lkw 60 bis 70 Stundenkilometer.

Ob ein Fahrzeug aber 60 Stundenkilometer schnell fährt oder - beispielsweise aufgrund des Einsatzes von Dialog-Feldern, die das gerade gefahrene Tempo anzeigen - nur noch 50, mache für die Anwohner keinen hörbaren Unterschied aus, erklärte Brehmer. Rollen die Fahrzeuge etwas schneller durch den Ort, habe das sogar den Vorteil, das sie weniger lange zu hören sind.

Gemeinderäte wie Gerd Wenzel (Freie Wähler) sahen sich durch die Ergebnisse von Zählung und Studie in ihrer Meinung bestätigt, kein Geld in Tempo-Tafeln oder gar Blitzer zu investieren. Die Wirkung sei gleich null, das Ganze Augenwischerei. Man könne das Verkehrsaufkommen nun mal nicht ändern, das sei das Problem, ergänzte Brehmer. Der Bürgermeister bot an, Anwohnern in der Sprechstunde nähere Erläuterungen zu geben.