Wie er auf RUNDSCHAU-Nachfrage weiter erklärte, suche der Nachbar stattdessen das Gespräch mit Mücka und Hohendubrau.

Für Brehmer ist diese Absage umso erstaunlicher, da Rietschen den Kreba-Neudorfern ein aus seiner Sicht attraktives Angebot gemacht hat. Zum einen hätte der "Ehepartner" die "Hochzeitsprämie" vom Land Sachsen von 50 Euro pro Einwohner komplett selbst verwenden können. Weiter wären in Kreba-Neudorf keine Straßenausbaubeiträge mehr fällig geworden. In Rietschen ist das schon der Fall. Die Grundsteuer in Kreba-Neudorf wäre an das niedrigere Rietschener Niveau angeglichen worden. Beide Gemeinden bekämen außerdem 137 000 Euro mehr Zuweisungen im Jahr vom Land als derzeit.

Der Vorteil für Rietschen, so Brehmer weiter, wäre vor allem der gewesen, dass es die Gemeinde mit Kreba-Neudorf auf rund 3500 Einwohner gebracht hätte. Wenigstens annähernd wäre damit die Planzahl des Landes Sachsen von 5000 Einwohnern erreicht, die nach Ansicht Brehmers in ländlichen Gebieten noch abgesenkt werden könnte. Die Gefahr, in der Zukunft einer anderen Stadt oder Gemeinde zugeschlagen zu werden, wäre damit wohl gebannt gewesen. Zudem hätte die Gemeinde-Ehe auch die Verwaltungsarbeit deutlich entlastet. So hätte es nur noch einen Haushalt und einen Gemeinderat gegeben. Schließlich, sagt der Bürgermeister, wäre der Zusammenschluss zweier Gemeinden, die schon eine Verwaltungsgemeinschaft bilden, rechtlich völlig unproblematisch gewesen.

Ralf Brehmer hatte in Kreba-Neudorf eine Bürgerversammlung zum Thema besucht. Dort wurden Bedenken geäußert, dass im Falle eines Zusammenschlusses die Schule im Ort möglicherweise geschlossen werden könnte, um dafür die Rietschener Einrichtungen gut auszulasten. Diese Befürchtung sei aber unbegründet, so der Rietschener Bürgermeister. Seine Gemeinde habe in der Vergangenheit alles getan, den Bürgern ein ortsnahes Schulangebot anbieten zu können.

Aus Sicht Brehmers komme als Rietschener Partner, den die Bürger akzeptieren, jetzt am ehesten noch Niesky infrage. Mit der Gemeinde Hähnichen zusammenzugehen, die mit der Stadt Rothenburg eine Verwaltungsgemeinschaft bildet, käme indes wohl nicht infrage. Für die Rietschener Bürger wäre das Rathaus Rothenburg zu weit weg.