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Gelingendes Leben

Am Sonntag hatten wir Konfirmation. Vier junge Menschen ließen sich konfirmieren.

Letztes Jahr waren es acht. Nächstes Jahr könnten es wieder elf sein.

Und wenn ältere Gemeindeglieder aus ihrer Konfirmationszeit erzählen, dann sind da von 20, 30 oder sogar 40 Konfirmanden die Rede. So sehr große Zahlen motivieren, so sehr stört es mich nicht, wenn es nur vier sind.

Ich freue mich über jeden jungen Mensch, der sich für zwei Jahre auf den Weg macht, um über Gott, sein Leben und die Welt nachzudenken. Ein nettes Familienfest könnte er mit der Jugendweihe billiger bekommen. Gerade in einer Lebensphase, wo Jugendliche vieles infrage stellen, freue ich mich, mit ihnen über Gottes Lebensangebot nachzudenken.

Mit ihnen über Jesus, seine Liebe zu uns und gelingendes Leben zu reden. Und klar zu machen, dass eigentlich nur Jesus uns gelingendes Leben von Anfang bis zum Ende schenkt. Und dass sie mit ihm jemanden an ihrer Seite haben, der für sie da ist, sie trägt und Hoffnung gibt.

Es geht nicht um Kirchenmitgliedschaft, sondern um ein Leben mit Jesus. Es geht nicht um ethische Orientierung, sondern um ein Handeln aus der Liebe Jesu. Es geht nicht darum, religiös zu sein, sondern sein Herz an Jesus zu hängen.

Gerade dieses Bild ist mir immer wichtiger geworden, wenn ich über den Glauben an Jesus rede. Martin Luther hat einmal so formuliert: "Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott." Oder anders formuliert: Von wem oder was lässt du dich in deinen Entscheidungen bestimmen? Was ist dir konkurrenzlos wichtig? An was oder wen glaubst du, wenn es um die Frage nach gelingendem Leben geht? Und im Gespräch mit den jungen Menschen merke ich, dass sie an vieles glauben, an vieles ihr Herz hängen: an den Traum von der wahren Liebe, an den Erfolg in der Schule, an das Ansehen in der Clique, an Geborgenheit in der Familie, an den Traum vom großen Geld.

Und wir reden dann von den Erfüllungen und den Frustrationen, der oftmals vergeblichen Suche nach Geborgenheit und Liebe. Und ich freue mich dann, dass mich der Glaube an Jesus vor manchen Erfahrungen bewahrt hat. Wie die Liebe Jesu ein gutes Fundament ist, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen. Und manchmal erzähle ich auch, wie in Krankheiten und Niederlagen es gut war, dieses Fundament zu haben. Dass ich gehalten wurde, weil ich mein Herz an den Richtigen gehängt habe.

So hoffe ich, dass die Jugendlichen mitnehmen, dass Jesus für sie da ist. Dass sich ein Leben mit ihm lohnt. Dass er der Gott ist, an den ich mein Herz hängen kann, weil er mich nicht hängen lässt.

Und daher freue ich mich über vier oder acht oder natürlich 25 Konfirmanden, mit denen ich über Glauben und gelingendes Leben nachdenken kann.