Die leicht schwächelnde Konjunktur des Jahre 2019 hat sich nicht unbedingt im Geschäft der Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien eG mit Sitz in Görlitz niedergeschlagen. Im Gegenteil, wie Sven Fiedler, einer von zwei Vorständen des Geldinstitutes, im Jahresbilanzgespräch erklärt: Der Blick der Unternehmer- und damit Kundschaft war nach vorn gerichtet. „Sie haben weiter in die Zukunft investiert.“

Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien ist gut im Geschäft

Das heißt konkret, die Bank konnte im Bereich der Finanzierungen eine Steigerung von vier Prozent auf 236,6 Millionen Euro erzielen. Hinzu kam das private Kreditgeschäft, um den Traum vom eigenen Heim zu realisieren.

Doch diese positive Entwicklung wurde im ersten Quartal dieses Jahres noch getoppt. Laut eigenen Angaben der Genossenschaftsbank war die Kreditnachfrage von Januar bis März 2020 deutlich höher als im selben Zeitraum des Vorjahres. Um 36 Prozent sogar. „Das reichte vom Hausbesitzer, der einen Wintergarten finanzieren will, bis hin zur 20 Millionen Euro Investitionen, die wir mit einem Partnerunternehmen angegangen sind“, so Sven Fiedler weiter.

Dann kam Corona. Sicherlich eine Erfahrung, die man sich hätte ersparen können, der sich die Bank aber nun stellen müsse.

3000 gewerbliche Kunden bei Volksbank Niederschlesien

Der Herausforderung habe man sich in den Geschäftsstellen selbst, aber auch in den Kundenbelangen stellen müssen. Schließlich zählt die Bank 3000 gewerbliche Kunden. So wurde das Finanzteam personell verstärkt, um über Förderprogramme zu beraten sowie Tilgungsaussetzungen zu besprechen. „Bis zu zwölf Monate sind diese schnell und unkompliziert zu entscheiden. Denn wir gehen davon aus, das sechs Monate nicht ausreichen werden.“ Noch vor Ostern lagen 109 Anträge diesbezüglich vor.

Auch wenn die Volksbank derzeit vor allem wegen des gesundheitlichen Wohlbefindens auf Beratungen via Telefon und Anfragen per Mail setzt, hat die Bilanz des vergangenen Jahres gezeigt, online und mobil ist wichtig, doch kann es das Gespräch von Angesicht zu Angesicht nicht abschaffen.

Sven Fiedler kann das auch wieder mit Zahlen untermauern. 14 006 Beratungen haben die Mitarbeiter zwischen Weißwasser, Kodersdorf und Görlitz 2019 durchgeführt. Das ist ein Plus von 7,7 Prozent. „Bei allem Digitalen bleibt das Beratungsgespräch ein ganz wichtiger Punkt“, unterstreicht Fiedler. Dabei seien die Beratungsschwerpunkte bunt gemischt gewesen, von der eigenen Vorsorge bis hin zu größeren Investitionen.

Volksbank Niederschlesien weist ordentliches Wachstum aus

Beim Bilanzpressegespräch, das aufgrund von Corona diesmal per Telefon erfolgt ist, kann Sven Fiedler darauf verweisen, das die Volksbank ihre Bilanzsumme von 414,4 Millionen Euro im Jahr 2018 auf 443,8 Millionen Euro im Jahr 2019 steigern konnte. Das entspricht einem Wachstum von 7,1 Prozent. Der Jahresüberschuss lag mit 342 000 Euro auf dem Vorjahresniveau.

Das betreute Kundenvolumen, das unter anderem Wertpapiere, Bausparguthaben, und Lebensversicherungen einschließt, weist von 2018 zu 2019 ein Wachstum von 6,1 Prozent auf.

Volksbank Niederschlesien unterstützt Projekte in der Region

Von diesen Zahlen haben auch Vereine der Region profitieren können. 44 600 Euro kamen Projekten der Region zugute. Darunter gehört auch die zwei Mal im Jahr durchgeführte Spendenabstimmung. Die jüngste kam dem Tierpark Weißwasser zugute. Gerade erst ist wieder der Aufruf an die Sportvereine ergangen, sich bei der Aktion Sterne des Sports für dieses Jahr zu bewerben. Los geht es am 1. Mai. Bis 30. Juni sind Bewerbungen der Vereine aus dem gesamten Kreisgebiet möglich.

Ein Zeichen, in der Region verortet zu sein, ist die Mitgliedsentwicklung. Auch im vergangenen Jahr entschieden sich wieder 444 Menschen, Teilhaber der Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien eG zu werden. Damit liegt die Mitgliederzahl Ende 2019 bei 12 069.

Als Teilhaber der Bank sind die Mitglieder unmittelbar mit der Dividendenzahlung am Erfolg des Instituts beteiligt. Eigentlich war geplant, ihnen wie 2018 eine Zahlung von zwei Prozent zukommen zu lassen. Doch die Bankenaufsicht hat laut Sven Fiedler auch die Genossenschaftsbank aufgefordert, davon Abstand zu nehmen. Es gehe um die Sicherheit in der Zeit der Coronakrise.

Fusion vorerst gescheitert


Gut zwei Jahre hat die Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien eG mit der Volksbank Löbau-ZittaueG über eine Fusion verhandelt. Diese wird nicht stattfinden. Die Kollegen im Süden haben das mit kulturellen Unterschieden begründet. „Für uns ist das kein Drama, wir sind strategisch gut aufgestellt“, findet Vorstand Sven Fiedler.

Doch im Laufe des Jahres müsse man nun weiter planen. Die Option wäre: Die Neubesetzung des zweiten Vorstandspostens – Thomas Heinze visiert den Ruhestand an – oder die Fusion mit einer anderen Genossenschaftsbank

Auch künftig will die Bank weiter ausbilden. 2020 sollen wieder drei Azubis hinzukommen. „Wir haben gute Bewerbungen.“ Sven Fiedler spricht von einer Übernahmegarantie, die sein Haus nach erfolgreichen Prüfungen ausspricht.