Eilmeldung

RUNDSCHAU-Schnellcheck : Energie gewinnt mit jungem Team

| 12:44 Uhr

Müllentsorgung
Gelbe Tonne kommt nicht vor 2020

Görlitz/Weißwasser. Der Süden setzt auf Gelbe Tonnen, der Norden auf Gelbe Säcke. Der Landkreis Görlitz will die Abfallentsorgung vereinheitlichen. Das kann bis Ende 2022 dauern.

Städte und Gemeinden im mittleren und nördlichen Teil des Kreises Görlitz sollen sauberer werden. Das will der Landkreis durch die Einführung der gelben Tonnen im Raum Weißwasser/Niesky erreichen. Die Gründe: Im Altkreis Löbau-Zittau bewähren sich die 240-Liter-Behälter bereits schon lange. Zudem sei die Reißfestigkeit der gelben Säcke mangelhaft. Das schlage sich wiederum durch eine punktuelle Vermüllung nieder. Insbesondere durch Wetterunbilden, Vandalismus und nicht zuletzt auch Tierbisse gelange der Abfall nach draußen, erklärt Kreissprecherin Julia Bjar.

Von heute auf morgen funktioniere die Umstellung allerdings nicht. Stattdessen sollen die gelben Tonnen von Anfang 2020 bis Ende 2022 eingeführt werden. Seit September 2017 führe der Regiebetrieb Abfallwirtschaft des Landkreises mit den Gemeinden des ehemaligen Niederschlesischen Oberlausitz-Kreises Gespräche. Großer Wert werde dabei auf die Meinung der Gemeinderäte gelegt, erklärt Bjar. „Bei allen Vorortterminen ist eine breite Zustimmung zu vernehmen. Vereinzelte Bedenken gibt es lediglich wegen der zu entsorgenden Mengen sowie wegen des Abholungszeitraums.“

Die aktuelle Vereinbarung laufe noch bis 31. Dezember 2019. Anschließend halte die gelbe Tonne auch im früheren NOL-Kreis Einzug. Der Landkreis Görlitz plant, einen 240 Liter fassenden Müllgroßbehälter für Haushalte und bei Mehrfamilienhäusern ab vier Wohnungen eine 1100-Liter-Tonne einzusetzen. Entsprechender Stellplatzbedarf müsse vor Ort geschaffen werden. Bereits Ende dieses Jahres begännen die Verhandlungen mit den Systembetreibern für die neue Vertragslaufzeit.

An den Abfallgebühren werde sich indes bis Ende 2019 nichts ändern. Die Sammelkosten für Rest- und Bioabfall hatten sich im Vergleich zum vorherigen Kalkulationszeitraum um zwei beziehungsweise drei Prozent erhöht. Sogar um elf Prozent sind die Entsorgungskosten für Sperrmüll angestiegen. Begründet werde dieser Anstieg durch erheblich erhöhte Mengen. Wurden im Kreis Görlitz im Jahr 2015 gut 8100 Tonnen Sperrmüll abgefahren, waren es 2017 bereits mehr als 9500 Tonnen. Das entspricht fast 37 Tonnen Sperrmüll pro Einwohner. Im Bereich der im alten NOL-Kreis aktiven Niederschlesischen Entsorgungsgesellschaft mbH (NEG) stieg das Sperrmüllaufkommen von knapp 3700 Tonnen anno 2015 auf fast 4200 Tonnen 24 Monate später.

Anders verhalte es sich mit Papier/Pappe und Kartonagen. Die entsprechenden Kosten konnten zunächst gesenkt werden. Dieses Phänomen lasse sich auf ordentliche Erlöse bei der Vermarktung des Altpapiers begründen. „Hier gibt es derzeit jedoch einen umgekehrten Trend, da die Altpapier-Erlöse momentan drastisch sinken“, erklärt Julia Bjar.