Als Bürgermeister Andreas Lysk den Gemeinderat am Dienstagabend über diese „nie für möglich gehaltene“ Entwicklung unterrichtete, war sein Ärger deutlich zu spüren. „Wenn es wirklich so ist, wie es sich jetzt darstellt, dann hätte man sich den ganzen Brimborium mit der Urkunde auch schenken können.“
Eigentlich hatte man mit dem Amt für Ländliche Neuordnung einen Termin gemacht, um mal die gesamte Vorhabensliste von Weißkeißel für die Förderjahre durchzugehen und dann Prioritäten zu setzen. Doch dazu kam es gar nicht.
Wie Lysk berichtete, habe die Mitarbeiterin aus Kamenz unumwunden gesagt, dass das geplante Geld für die Programmdörfer nicht zur Verfügung steht. „Wir wurden damit konfrontiert, dass es de facto für uns voraussichtlich nur eine Maßnahme in drei Jahren geben wird. Alles andere könnten wir vergessen“ , so Lysk. Für die Gemeinde sei das ein Schlag ins Gesicht. Weißkeißel gehöre zu jenen Gemeinden, die ihren Eigenanteil noch aufbringen können, worauf man sehr stolz sei. „Nun fehlt es an den Fördermitteln. Damit haben wir so nicht gerechnet“ , bemerkte der Bürgermeister unumwunden und kündigte an, weiter zu kämpfen. Dazu will er zum Beispiel den Sächsischen Städte- und Gemeindetag bemühen. Auch Thomas Jurk, der ja nicht nur im Gemeinderat ist, sondern die Fraktion der SPD im Sächsischen Landtag leitet, wolle auch helfen, so weit das möglich sei. „Auch wenn es nicht um bewilligte, sondern geplante Maßnahmen geht, sollten wir unbedingt dranbleiben. Ich gebe dem Bürgermeister Recht – eine Maßnahme in drei Jahren – da hätte man sich die Urkunde wirklich sparen können“ , schüttelte Jurk den Kopf. Fakt ist, dass das ALN den Förderantrag für den ersten Bauabschnitt des Erlebnisparks abgelehnt hat. Dabei geht es um den Bau eines Feuerlöschteiches (die RUNDSCHAU berichtete).
Der Gemeinderat hat am Dienstag dieser Woche aus dieser Gesamtsituation heraus die Entscheidung getroffen, das Vorhaben trotz allem eigenständig zu realisieren. Dabei werden sie von Vattenfall finanziell unterstützt. Das hatten Weißkeißel und das Unternehmen bereits im vorigen Jahr vertraglich vereinbart. Ausgeführt werden die Bauarbeiten für den Teich nach erfolgter Ausschreibung von der Firma Erdbau Heilmann aus Schleife.