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Gefährliche Körperverletzung mit Baseballschläger

Weißwasser. Ein Baseballschläger, etwas Alkohol und rasende Eifersucht. Am gestrigen Dienstag hat am Amtsgericht Weißwasser die Verhandlung gegen einen 34-Jährigen begonnen, der im Oktober 2013 in eine Gartenlaube in der Görlitzer Straße eingebrochen sein soll, um seine damalige Lebensgefährtin – wie er sagt – zu beschützen. A. M. Lehmann

Ihm wird zur Last gelegt, den Begleiter der jungen Frau nach dem gewalttätigen Öffnen der Laubentür mit einem Baseballschläger am Kopf schwer verletzt zu haben. Der Geschädigte erlitt eine tiefe Platzwunde und musste mit acht Stichen genäht werden.

Im handgreiflichen Tumult soll der Angeklagte zudem seine Ex-Freundin ins Gesicht geschlagen und den Laubenbesitzer mit einer Holzlatte am Ellenbogen verletzt haben.

Den Schlag mit dem Baseballschläger räumte der Angeklagte gleich zu Beginn des Prozesses ein. Den ihm unterstellten weiteren Besuch der Gartensparte am frühen Nachmittag des Tattages, bei dem er den Laubenbesitzer und dessen Freund attackiert haben soll, streitet er vehement ab. "Ich bin nur einmal dorthin gefahren, um meine Freundin zu beschützen", beteuerte er vor Gericht.

Seine damalige Partnerin habe nach eigenen Angaben ein Drogenproblem. Daher habe sich der selbstständige Montagebauer im vergangenen Jahr eine dreimonatige Auszeit genommen, um ihr beim Ausstieg aus der Szene zu helfen. "Ich wollte sie aus den Kreisen rausbekommen", so der junge Mann. Die Freundin beginnt eine Langzeittherapie in Görlitz, alles deutet auf eine Besserung der Situation hin. Doch als der Angeklagte seine Arbeit fortführt und auf Montage fährt, bricht sie die Therapie ohne sein Wissen ab und rutscht in alte Verhaltensmuster.

"Die Leute hausten in unserer Wohnung, wenn ich nicht da war. Die haben bei uns Drogen konsumiert und auch verkauft", schildert er die Situation. "Ich habe mir Sorgen um unseren gemeinsamen Sohn und um meine Ziehtochter gemacht", fügt er an. Durch ihren Absturz hätte sich die Ex-Freundin um nichts mehr gekümmert. Die "Leute" aus dem Freundeskreis der 34-Jährigen, zu denen auch der spätere Geschädigte zählt, hätten ihn beklaut und auch das Sparschwein des 14-jährigen Sohnes geplündert.

Wenige Tage vor dem Zwischenfall im Oktober dann die Trennung des Paares. Die junge Frau taucht unter. "Ich ahnte ja, wo sie ist", so der Angeklagte. Am Tattag habe er sich gegen 23.30 Uhr von einem befreundeten Paar zu der Gartensparte fahren lassen. Dort hätte er durch ein Fenster beobachtet, wie seine Ex-Freundin bei Kerzenschein mit dem Geschädigten beisammensitzt. Auf dem Tisch vor ihnen Tütchen mit Crystal-Meth. Da sei er ausgetickt und in die Laube gestürmt.

"Den Baseballschläger hatte ich zum Schutz dabei, die haben mich ja vorher schon mehrfach bedroht", so der Angeklagte.

"Er hat gleich zugeschlagen", berichtet die Ex-Freundin im Zeugenstand und stützt damit die Aussagen des Geschädigten. Dieser habe in der Laube nach einer Axt gegriffen, so der Angeklagte, der den Schlag zur Selbstverteidigung ausgeführt haben will.

Zwar konnte die alarmierte Polizei in der Laube neben Drogen unter anderem einen Teleskopschlagstock und einen Schlagring sicherstellen, eine Axt sei jedoch nicht gefunden worden.

Trotz der Aussagen von acht Zeugen konnte am Dienstag nicht abschließend geklärt werden, ob der Angeklagte den Geschädigten am Tattag mehrmals aufgesucht hat. Zwei weitere Zeugen sollen den Angeklagten in diesem Punkt womöglich entlasten. Die Verhandlung wird am 2. April fortgesetzt.