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Gebührenordnung gibt Ärzten freie Hand

Weißwasser. Auch beim Arztbesuch gilt: Wer vergleicht, kann viel Geld sparen. Denn für einige Leistungen kommen nicht die Krankenkassen auf, sondern der Patient muss selbst in den Geldbeutel greifen. Und bei den Gebühren haben die Ärzte durchaus Gestaltungsspielraum. Anna Müller-Heidelberg

Peter Fleischer wundert sich. Der Weißwasseraner muss seine Augen untersuchen lassen, um eine Glaukom-Erkrankung ausschließen zu können. Das Glaukom, auch Grüner Star genannt, führt im Ex-tremfall zur Erblindung.

Fleischer wendet sich also an seine Augenärztin in Weißwasser - und soll 40 Euro für die nötigen Untersuchungen zahlen. Viel Geld für den Lausitzer. Daher holt er eine zweite Meinung bei einem Arzt in Görlitz ein - und soll dort für dieselben Leistungen lediglich 16 Euro zahlen. Fleischer kann im übertragenen Sinne seinen Augen nicht trauen; ist dieser große Preisunterschied rechtens, fragt er am RUNDSCHAU-Lesertelefon.

Ingo Mohn, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS), kennt die Problematik. Die Gesetzlichen Krankenversicherungen übernähmen nicht alle Leistungen von Ärzten, erklärt er. Solche Untersuchungen wie die Glaukom-Früherkennung unterlägen der "Liste der individuellen Gesundheitsleistungen", auch bekannt als "IGeL-Liste". Bei ihnen muss der Patient selber in die Tasche greifen, um gesundheitlich auf Nummer sicher gehen zu können.

"Die Abrechnung dieser Untersuchungen erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte", sagt Mohn. Sie ist also genau geregelt - allerdings nur in einem gewissen Rahmen: "Die Gebühren sind stets unter Berücksichtigung der Schwierigkeit und des Zeitaufwandes sowie der Umstände bei der Ausführung nach billigem Ermessen zu bestimmen", erklärt Mohn. Im Klartext: Jeder Arzt kann selber entscheiden, welche Kosten er dem Patienten bei IGeL-Untersuchungen auferlegt. Grenzen sind ihm nur im Rahmen des eigenen Ermessens auferlegt.

Insofern hat Peter Fleischer aus Weißwasser pragmatisch gehandelt: Er hat nicht das erste ärztliche Angebot angenommen, sondern sich mehrfach beraten lassen. Und konnte so sparen.

Informationen zur Gebührenordnung für Ärzte gibt es online unter www.e-bis.de/goae/

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