| 01:04 Uhr

Geborgenheit vermitteln

Rothenburg.. Zum Tag der offenen Tür im Altenpflegebereich lud der Martinshof Rothenburg am Sonnabend ein. Von Angelika Brinkop

Voller Stolz zeigt Bärbel Schuster, Bereichsleiterin in der Altenhilfe, die neuen Räume für die Kurzzeitpflege. Wer seine pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause betreut, weiß, wie wichtig es ist, auch mal im Urlaub richtig ausspannen zu können oder im eigenen Krankheitsfall zu wissen, dass der Vater oder die Mutter gut aufgehoben sind. Darum wurde im Martinshof Rothenburg das Angebot von drei auf vier Plätze aufgestockt. Tapete in warmen Farbtönen, gemütliche Möbel sollen eine häusliche Atmosphäre schaffen.
Die zahlreichen Besucher, die zum Tag der offenen Tür am Sonnabend vorbeischauten, zeigten sich angenehm überrascht von der Einrichtung im Francke-Haus und im Fliedner-Haus.
In den letzten Wochen und Monaten wurde hier kräftig gearbeitet, um zu modernisieren und zu renovieren. An den Wänden ist das sterile Weiß jetzt bunten wohnlichen Farben gewichen. Die Bäder sind nicht wieder zu erkennen. Modernste Technik erleichtert die Arbeit der Pflegekräfte. Einen Teil der Fliesengestaltung hat die Keramikwerkstatt im Behindertenbereich übernommen.
Zu den zahlreichen Besuchern gehört auch Waltraud Schubert aus Rothenburg. „Man weiß ja nie, wie es einem in ein paar Jahren gesundheitlich geht. Darum wollte ich gern sehen, wie man hier betreut wird. Es gefällt mir wirklich alles sehr gut hier. Außerdem konnte ich gleich meinen langjährigen Nachbarn besuchen, der seit kurzem im Heim untergebracht ist“ , erklärt sie.
Betreut werden im Martinshof ältere Menschen in allen Betreuungsstufen. „Allerdings nimmt die Zahl der stark pflegebedürftigen Menschen immer mehr zu“ , erläutert Bärbel Schuster.
Bei der Betreuung Demenzkranker hat sich der Martinshof einen guten Namen gemacht. Obwohl die Krankenkassen den erhöhten Pflegeaufwand nicht anerkennen, nehmen sich die Mitarbeiter Zeit für die Patienten mit dieser speziellen Erkrankung. Die Warteliste für Neuaufnahmen ist darum hier auch besonders lang. Über die Hälfte der Mitarbeiter im Martinshof sind examinierte Krankenpfleger. Ab September bildet die Einrichtung erstmals drei Lehrlinge in Zusammenarbeit mit der Baut zener Altenpflegeschule Emmaus in diesem anspruchsvollen Beruf aus.
Fachkräfte bilden zwar die Grundlage für eine gute Pflege der Bewohner. Doch oftmals fehlt den Betroffenen keine Medizin sondern nur Zuwendung. Darum will der Martinshof neue Wege gehen und sucht ehrenamtliche Mitarbeiter, die einfach nur einmal mit den Bewohnern spazieren gehen oder sich ihre Geschichten anhören.