ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:50 Uhr

Polizei
Gaunerzeichen in Bad Muskau?

Oberkommissar André Berthold und Polizeihauptmeister Thomas Bergner kommen mit Christine Bertko an ihrem Beratungsmobil ins Gespräch.
Oberkommissar André Berthold und Polizeihauptmeister Thomas Bergner kommen mit Christine Bertko an ihrem Beratungsmobil ins Gespräch. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Am Infomobil der Polizei geht es am Dienstag vor allem um Eigentumssicherung des eigenen Fahrzeugs. Egal, ob es vier oder zwei Räder hat. Von Regina Weiß

Hinterlassen Gauner möglicherweise Zeichen am Grundstück? Mit dieser Frage schlägt sich die Familie von Christine Bertko rum, nachdem ihre Tochter eines Morgens eine für sie verdächtige Markierung am Zaun ihres Hauses gefunden hat. In der ruhigen Wohngegend auf dem Berg in Bad Muskau kam ihr das verdächtig vor. In der Familie wurde darüber geredet. Am Dienstag nutzt Christine Bertko bei ihrem Gang über den Markt in Bad Muskau die Möglichkeit, das Thema anzusprechen. Das Infomobil der Polizei macht an diesem Tag Station in der Neißestadt. Oberkommissar André Berthold von der Beratungsstelle der Polizeidirektion Görlitz und Polizeihauptmeister/Bürgerpolizist Thomas Bergner vom Revier Weißwasser stehen Rede und Antwort.

Beim Thema Gaunerzinken – Zeichen, die Infos über geplante Straftaten enthalten – können beide Polizisten nur darauf verweisen, dass so etwas seit Jahren in der Region nicht mehr aufgetreten ist. Außerdem würden auch Gauner in den Zeiten der modernen Technik nicht mehr unbedingt auf diese Zeichensprache setzen. Doch André Berthold bestärkt Christine Bertko, aufmerksam zu sein. Sollten Personen, die man nicht kennt, die Straße entlang schlendern, dann sollte man sie durchaus offensiv ansprechen. Fragen, ob sie jemanden suchen etc. „Gut ist es auch, sich solche Begegnungen aufzuschreiben. Die Tageszeit, die Uhrzeit, möglicherweise auch die Kennzeichen. Das könnte später durchaus helfen, wenn sich doch etwas ereignet hat“, so André Berthold.

33-mal haben im vergangenen Jahr in Bad Muskau Langfinger bei Autos zugeschlagen, in 19 Fällen „erfolgreich“. Und auch 2018 setzt sich der Autoklau in der Parkstadt fort. Deshalb setzt die Polizei auf Informationen zum Schutz des eigenen Fahrzeugs. In Bad Muskau kann man sich auch ansehen, was es an mechanischen Sicherungsmöglichkeiten gibt. So präsentieren die Beamten eine mechanische Wegfahrsperre, die die Gangschaltung abschließt. Was aussieht wie ein kleines gelbes Ufo, entpuppt sich als Parkkralle. Mit dieser wird sozusagen das Lenkrad ein- und abgeschlossen. Die leuchtend gelbe Farbe kommt nicht von ungefähr. Sie soll potenzielle Diebe beim Blick durch die Scheibe schon mal abschrecken helfen. „Was kostet das?“, will Christine Bertko wissen. Unterschiedliche Anbieter verheißen unterschiedliche Preise, erfährt sie.

Verschlossen sollten auch Grundstück und Garage sein, bekommt die Bad Muskauerin noch mit auf den Weg. Und Thomas Bergner rät zu „Licht, Licht, Licht“ auf dem Grundstück und Bewegungsmeldern, die nicht gleich jeder sieht.

Die Polizisten wissen aus ihrer täglichen Arbeit, manche Zeitgenossen sind trotz allem einfach noch zu arglos. So nach dem Motto: Wir leben hier auf dem Dorf und haben immer die Schlüssel draußen stecken lassen. „Manchmal ist es nur Nachlässigkeit“, so Thomas Bergner und schildert einen Fall, wo er beim Gang durch den Garten bei zwei Fahrrädern nur hätte zugreifen brauchen. „Und die waren jedes für sich mehrere 100 Euro teuer.“

Auch beim Schutz der Fahrräder raten Berthold und Bergner zu massiven Schlössern und dem richtigen Abschließen. Nicht mal schnell das Schloss ums Hinterrad geschwungen, sondern das Rad mit einem festen Gegenstand verbinden. „Alles was es dem Dieb schwerer macht, schreckt ab, hilft“, so Bergner. Mittlerweile sind sogar Fahrradschlösser mit Alarmsignal zu haben. Gerade E-Bike-Fahrer würden diese öfter nutzen. „Außerdem sollte man sich bei seiner Versicherung erkundigen, ob der Diebstahl von Rädern abgesichert ist.“ So würden sich einige das schlimme Erwachen sparen.

Auch ohne Infomobil geben die Fachberater der polizeilichen Beratungsstellen Auskunft. Sie sind unter 03581 650500; E-mail: praev.pd-gr@polizei.sachsen.de erreichbar.